direkte Bereichesauswahl

Branchenstruktur

Land: Spanien


Der spanische Maschinenbau bestand 2019 aus rund 5.900 Unternehmen. Gemessen am Produktionswert werden vor allem Hebezeuge sowie kälte- und lufttechnische Erzeugnisse hergestellt.

Von Oliver Idem | Madrid

Die lokalen und internationalen Maschinenbauunternehmen in Spanien sind zum Beispiel in den Segmenten Aufzüge und Fördertechnik weltweit gut positioniert. Gleiches gilt für den Windkraftanlagenbau sowie den Wasserbehandlungs- und Entsalzungsanlagenbau. Zu den in Europa führenden Spezialisten des Werkzeugmaschinenbaus zählen viele Unternehmen aus dem Baskenland.

Produktionswert  stagniert

Der Produktionswert des Maschinenbaus gemäß der Klassifizierung der Wirtschaftszweige nach NACE 28 stagnierte 2018 mit 15,8 Milliarden Euro nahezu. Gegenüber dem Vorjahr gab die Zahl um 0,05 Prozent nach. Die größten Einzelsegmente waren Hebezeuge und Fördermittel (2822) mit 3,1 Milliarden Euro sowie kälte- und lufttechnische Erzeugnisse (2825, nicht für den Haushalt) mit rund 2,1 Milliarden Euro Produktionswert.

Produktion in den wichtigsten Maschinenbausparten Spaniens (Umsatz in Millionen Euro; Veränderungen in Prozent)

Quelle: Eurostat; Berechnungen von Germany Trade & Invest
 

Sparte gemäß NACE

 
 

2017

 
 

2018

 
 

Veränderung 2018/17

 
 

Hebezeuge und Fördermittel (2822)

 
 

2.859

 
 

3.093

 
 

8,2

 
 

Verbrennungsmotoren und Turbinen (2811)

 
 

1.829

 
 

811

 
 

-55,7

 
 

kälte- und lufttechnische Erzeugnisse, nicht für den Haushalt (2825)

 
 

2.019

 
 

2.139

 
 

6,0

 
 

sonstige nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen (2829)

 
 

1.530

 
 

1.711

 
 

11,8

 
 

Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige (2899)

 
 

1.060

 
 

1.121

 
 

5,8

 
 

Nahrungsmittelmaschinen (2893)

 
 

898

 
 

1.023

 
 

13,9

 
 

Armaturen (2814)

 
 

748

 
 

790

 
 

5,7

 

 

 

Die spanische Statistik fasst den Maschinenbausektor eher weit. Unter diese Definition fallen sechs zweistellige Codes der Clasificación Nacional de Actividades Económicas. Fünf davon beziehen sich auf die Produktion, zum Beispiel von Maschinen, Ausrüstungen und elektrischem Material. Darüber hinaus wird die Herstellung von Metallprodukten mitgezählt, ebenso wie die Fertigung von anderem Transportmaterial. Auch die Kategorien Produktion von anderem Transportmaterial sowie von elektronischen, optischen und Informatikprodukten gelten als Teile des Maschinenbaus. Die Reparatur und Installation von Maschinen und Anlagen wird als Dienstleistungskategorie ebenfalls mitgezählt.

Sehr hohe Bedeutung des Außenhandels für den Maschinenbau 

Spaniens Maschinenbaubranche ist sehr stark internationalisiert. Besonders hoch ist die Exportquote mit circa 70 Prozent im Werkzeugmaschinenbau. Laut den neuesten verfügbaren Daten für die Kategorie NACE 28 (Maschinenbau) von 2018 erreichten die Exporte 16,9 Milliarden Euro. Zudem wurden für 19,3 Milliarden Euro Maschinen und Anlagen importiert. Das inländische Marktvolumen aus Produktion und Import minus Export lag bei 18,2 Milliarden Euro.

Unternehmen mit ausländischen Wurzeln fallen zahlenmäßig gegenüber den spanischen Konkurrenten kaum ins Gewicht. Nur circa drei Prozent der Unternehmen stammen ursprünglich aus anderen Ländern. Ihre Rolle bei Umsätzen und Beschäftigung ist aber umso wichtiger. Vor allem US-amerikanische, deutsche und schweizerische Maschinenbauunternehmen haben sich in Spanien niedergelassen. Diese drei bilden mit weitem Abstand die wichtigsten Ursprungsländer.

Wichtige Maschinenbauunternehmen in Spanien (Umsatz in Millionen Euro)

Quelle: Wirtschaftszeitung Actualidad Económica (Las mayores empresas de España, Dezember 2019)
 

Unternehmen

 
 

Umsatz 2018

 
 

John Deere Ibérica

 
 

602,1

 
 

Zardoya Otis

 
 

583,9

 
 

Orona

 
 

440,0

 
 

Schindler

 
 

349,2

 
 

Nordex Energy Spain

 
 

338,5

 
 

ThyssenKrupp

 
 

315,6

 
 

SKF Española

 
 

240,6

 
 

Fagor Arrasate

 
 

214,9

 
 

Linde Material Handling Ibérica

 
 

188,1

 
 

Ulma Packaging

 
 

178,3

 

 

 

In Spanien waren Anfang 2019 rund 5.900 Unternehmen dem Maschinenbau zuzurechnen. Die meisten von ihnen hatten ihren Sitz in Katalonien, Valencia und Madrid. Das Baskenland ist der Schwerpunkt des Werkzeugmaschinenbaus. Der Maschinenbausektor zählt gemessen am Umsatz nicht zu den ganz großen des Landes, ist jedoch ein wichtiger Innovationsmotor.

Quelle: GTAI