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Griechenland: Brain-Drain verstärkt Fachkräftemangel

Land: Griechenland


Ein stetig wachsender Fachkräftemangel wird für griechische Unternehmen zum immer größeren Problem.

Seit 2008 haben knapp 450.000 Menschen das Land verlassen. Unter ihnen viele junge und gut ausgebildete Griechen. Großen Anteil daran hat die Tatsache, dass im Jahr 2016 pro Tag ca. 96 Betriebe schließen mussten. Das ergibt rund 35.000 geschlossene Betriebe im gesamten Jahr. Dies hat zur Folge, dass fast jede dritte Person unter 45 Jahren arbeitslos ist.

Besonders betroffen von der Erwerbslosigkeit sind hier junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren mit einem Anteil von knapp 45%. Viele Griechen suchen daher ihr Glück im Ausland. 

Ein weiterer Grund sind die in den letzten fünf Jahren fast um ein Viertel gesunkenen Durchschnittslöhne im Privatsektor. 

Flexible Arbeitsformen haben in Griechenland über die letzten Jahre zugenommen.

Über die Hälfte der im Jahr 2016 neu unterzeichneten Arbeitsverträge waren Teilzeit- oder Schichtarbeitsverträge.

Laut Arbeitsverbund sind Hunderttausende Arbeitnehmer als Teilzeitbeschäftigte gemeldet, obwohl sie Vollzeitjobs leisten. Dem Staat entgehen dadurch enorme Summen an Sozialbeiträgen. Des weiteren ist seit Beginn der Krise die Anzahl der Scheinselbständigen gestiegen.

Schwarzarbeit ist weiterhin ein großes Problem in Griechenland, insbesondere in der Bekleidungs-industrie. Fast jeder zehnte Grieche soll unangemeldet arbeiten. Berücksichtigt man die Teilzeitbeschäftigten, die in Vollzeit arbeiten, würde der Anteil sogar auf 30% steigen.

Um dem entgegenzuwirken wurde unter anderem zum 01.01.2017 ein neuer einheitlicher Sozialversicherungsträger ins Leben gerufen. Zudem verhandelt die griechische Regierung nunmehr seit über einem halben Jahr über eine weitere Liberalisierung des Arbeitsmarktes.

Die Griechen verhandeln mit den EU-Partnern (EU-Kommission, Europäische Zentralbank, ESM) und dem IWF über die Themen Mindestlohn, Massenentlassungen und das Gewerkschaftsrecht - jedoch bisher leider erfolglos.

Weitere Informationen zum Thema Lohn- und Lohnnebenkosten in Griechenland finden Sie unter dem u.g. Link zur GTAI Homepage

Quelle: GTAI