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Griechenland: Weitere Lockerungen der Kapitalkontrollen ab September 2017

Land: Griechenland


Ab dem 1. September treten weitere Lockerungen der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland bzgl. Barverfügungen und Kontoeröffnungen in Kraft. 

Die Grundlage der neu eingeführten Lockerungen liefert ein Rechtsakt des griechischen Finanzministeriums vom 03.08.2017. Kontoinhaber griechischer Banken können nun bis zu 1.800,- Euro pro Monat abheben. Die bisherige Beschränkung von 420,- Euro pro Woche bzw. 840,- Euro alle zwei Wochen entfällt ab diesem Datum.Beträge, die ab dem 01.09.2017 neu eingezahlt werden, können ohne Beschränkungen in voller Höhe bar verfügt werden. Hinzu kommt die Erhöhung der Grenze von 30% auf 50% für die Verfügungen von Eingängen aus dem Ausland auf inländische Konten. Eine Rücküberweisung ins Ausland ist weiterhin mit einer entsprechenden Erklärung möglich.

Die Grenze für die Ausfuhr von Bargeld bei Auslandsreisen von Privatpersonen liegt weiterhin bei 2.000,- EUR. Hiervon ausgenommen sind im Ausland lebende Griechen. Die Grenze für Auslandsüberweisungen liegt bei 1.000,- Euro pro Monat pro Kunde.

Für juristische Personen und Gewerbetreibende gilt seit März 2016 die Regelung, dass sie für Importgeschäfte Beträge bis zu 10.000,- Euro pro Tag ohne Genehmigung über Ihre Hausbank ausführen können. Es müssen allerdings die entsprechenden Rechnungen und eine eidesstaatliche Erklärung über die Authentizität der vorgelegten Unterlagen beigebracht werden. Zudem muss eine Bestätigung abgegeben werden, dass die Überweisung nur über eine Bank ausgeführt wird und nicht von anderen Konten Beträge überwiesen werden. 

Auch für Unternehmen, juristische Personen mit einfacher oder doppelter Buchführung, gelten ab dem 01.09.2017 neue Voraussetzungen. Ab dann dürfen sie uneingeschränkt Konten bei jedem in Griechenland ansässigen Kreditinstitut eröffnen. Diese Regelung soll den knapp 200.000 betroffenen Betrieben eine Erleichterung der geschäftlichen Transaktionen ermöglichen.

Arbeitnehmern ist es fortan erlaubt, als Neukunde für Einzahlungen ihres Gehaltes bei der Hausbank ihres Arbeitgebers ein Konto zu eröffnen. Die bisherige Regelung verlangte die Überweisung auf das Konto der Hausbank des Mitarbeiters zu leisten.

Für Neukunden aus dem Ausland gelten weiterhin bestimmte Voraussetzungen, hier sind die Eröffnung von Konten für Studenten zu nennen bzw. Kontoeröffnungen nach einem Überweisungseingang von mindesten 10.000,- Euro.

Für Schifffahrtsunternehmen gelten nach wie vor Sonderregelungen.Ihnen ist es erlaubt, aus dem Ausland überwiesene Beträge bis zu 50.000,- Euro pro Tag zu verfügen. Die Beträge können unter Vorlage der dafür erforderlichen Unterlagen durch einen dafür autorisierten Mitarbeiter bar ins Ausland mitgenommen werden (cash-to master).

Quelle: GTAI