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Umstrittenes Rettungspaket für spanische Tourismusbranche

Land: Spanien


Ein staatliches Maßnahmenpaket für den Tourismus umfasst 4,3 Milliarden Euro. Doch die Verluste des In- und Auslandstourismus dürften 2020 etwa 83 Milliarden Euro betragen.

Von Oliver Idem | Madrid

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez stellte am 18. Juni einen Strategieplan vor. Dieser besteht aus einem Hilfspaket und neuen Weichenstellungen für den Tourismus. Der Wert der Maßnahmen liegt laut der Regierung bei knapp 4,3 Milliarden Euro. Finanzielle Kernpunkte sind die bevorzugte Zuteilung von 2,5 Milliarden Euro Staatsbürgschaften sowie 859 Millionen Euro für einen Impulsplan, um mittels Darlehen innovative Projekte zu fördern.

Zeitpunkt und Umfang der Hilfen stoßen auf Kritik aus der Tourismusbranche, da lediglich Kredite und keine Zuschüsse gewährt werden. Zudem ist weder eine Stimulierung der Nachfrage vorgesehen noch Hilfen für den Luftfahrtsektor.

Reise- und Bewegungseinschränkungen sowie Hotelschließungen trafen den Tourismus sehr stark. Im April 2020 fielen die Übernachtungszahlen um 100 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit der Grenzöffnung seit dem 21. Juni soll noch ein Teil der Sommersaison gerettet. Eine Analyse der internationalen Tourismusnachfrage soll Anhaltspunkte dafür liefern, wie das Land im Wettbewerb am besten zu positionieren ist.

Die rund drei Monate, in denen der Sektor fast komplett stillstand, hinterlassen tiefe Spuren. Der Fachverband Exceltur erwartet 83 Milliarden Euro weniger Einnahmen als 2019. Damals hatten Auslandsgäste in Spanien 92 Milliarden Euro ausgegeben. Die inländischen Touristen kamen auf circa 58 Milliarden Euro. Insgesamt erreichten die Einnahmen den Rekordwert von 150,2 Milliarden Euro.

Quelle: GTAI