Europa braucht weniger Bürokratie, mehr Einheit und klare Rahmenbedingungen
Einige Zahlen und Beispiele verdeutlichten den Handlungsbedarf:
- Estland und Dänemark gelten mit nahezu vollständig digitalisierten Verwaltungsprozessen als europäische Vorreiter.
- Europäische Kreditinstitute mussten infolge regulatorischer Vorgaben zusätzlich rund 100 Milliarden Euro Eigenkapital vorhalten.
- Während europaweit rund vier Prozent in die Erstausbildung investiert werden, fließen lediglich etwa 0,1 Prozent in die Erwachsenenbildung.
- Bereits jedes dritte weltweit produzierte Elektrofahrzeug stammt aus China oder den USA.
Auch die europäische Verteidigungsindustrie war ein zentrales Thema. Unternehmen forderten verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie länderübergreifende Strategien, um gemeinsame europäische Lösungen zu entwickeln und die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologien zu reduzieren.
Besonders prägnant brachte ein Redner die aktuelle Situation Europas auf den Punkt:
"In einer Welt, in der es Suppe gibt, sind die Europäer die Einzigen, die nur eine Gabel haben."
Für Unternehmen mit internationalen Aktivitäten wurden zudem konkrete Empfehlungen gegeben: eine sorgfältige Vorbereitung des Markteintritts, eine klare Internationalisierungsstrategie, die Nutzung regionaler Beratungs- und Finanzierungspartner sowie die Konzentration auf einzelne Zielmärkte, um Ressourcen gezielt einzusetzen.
Zum Abschluss formulierten Vertreter der Kreditwirtschaft drei zentrale Anliegen an die europäische Politik:
- europaweit einheitliche Handelsregisterstandards,
- klare und harmonisierte Regelungen zur Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter sowie
- einheitliche Vorgaben für grenzüberschreitende Garantien.
Der Kongress bot zahlreiche praxisnahe Impulse und unterstrich die Bedeutung einer engeren europäischen Zusammenarbeit. Die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr ist bereits angedacht.





