Die Zahlen könnten unterschiedlicher kaum sein. Gut vier Milliarden Kronen mehr für den Staatshaushalt – umgerechnet etwa 150 Millionen Euro – lautet die eine. Jeder Sechste, jeder Dritte, ja sogar fast jeder Zweite müsse sein Geschäft schließen, lauten die anderen. Alle beziehen sich auf die elektronische Umsatzsteuererfassung (tschechisch EET), die ab Dezember schrittweise in Kraft tritt. Während das Finanzministerium die neuen Registrierkassen als Allheilmittel gegen Steuerbetrug herbeisehnt, fürchten vor allem kleinere Händler und Gaststättenbetreiber, dass sie den finanziellen und bürokratischen Aufwand nicht bewältigen können.
Das Prinzip der EET besteht darin, dass Gewerbetreibende permanent mit den Servern der Finanzverwaltung verbunden sind und jede Zahlung per Bargeld, Scheck, Gutschein und Kreditkarte sofort online registriert wird. Dazu sind ab 1. Dezember zunächst Hotels und Restaurants verpflichtet. Den Behörden zufolge werden das etwa 40.000 Betriebe im ganzen Land sein. Ab März kommenden Jahres müssen auch Einzel- und Großhandelsunternehmen ihre Umsätze elektronisch erfassen. Ein Jahr länger haben Verkäufer Zeit, die Imbisse an Ständen ohne Tische und Stühle für Gäste anbieten. Ebenfalls im März 2018 gilt das Gesetz für Bauernmärkte sowie für selbstständige Buchhalter, Anwälte und Ärzte. Und ab Juni 2018 auch für Frisörsalons, manche Handwerker, bei Reparaturen von Haushaltsgeräten und sogar für Astrologen: Kein Blick auf die Gunst der Sterne mehr, ohne dass sich Andrej Babiš (ANO) die Hände reibt.
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