Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind schon seit über einem Jahr in einer Abschwungphase, der Boom der Gründerjahre ist abgeflaut, Immobilienpreise, hohe Konsumfreudigkeit und Knappheit an Fachpersonal haben die Inflation getrieben, die Staatsverschuldung ist stark gewachsen. Mithin hatten alle drei Volkswirtschaften auch schon vor der Finanzkrise einen erheblichen Konsolidierungsbedarf.
Die Finanzkrise verschärft die Situation jetzt. Die Währungen der drei Ländern kommen immer mehr unter Abwertungsdruck; hiergegen sperren sich die Regierungen / Zentralbanken aber noch: Zum einen haben sich viele Unternehmen und Privatleute für Immobilienfinanzierung in Fremdwährung verschuldet (in Erwartung eines Beitritts der Länder zur EURO-Zone, aber auch wegen günstiger Konditionen), zum anderen würde damit ein Beitritt zur EURO-Zone in sehr weite Ferne rücken.
Wirtschafts- und Finanzkrise haben in Lettland jetzt dazu geführt, daß um Unterstützung im Ausland nachgefragt wird. Der Druck auf die Volkswirtschaften in Estland und Litauen ist ebenfalls hoch, in Estland ähnlich wie in Lettland, in Litauen nicht ganz so hoch.


