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Albanien

Albaniens Ausfuhren 2012 im Plus


Einfuhren gaben leicht nach / Italien weiterhin wichtigster Handelspartner

Der albanische Außenhandel konnte 2012 den dynamischen Trend der Vorjahre nicht fortschreiben. Während die Exporte weiter zulegten, gaben die Importe leicht nach. Das Defizit der Warenhandelsbilanz ging zwar zurück. Nach Einschätzung von Fachleuten gilt es jedoch als nach wie vor zu hoch. Wichtigster Handelspartner bleibt Italien, mit dem Albanien zuletzt mehr als 37% seines gesamten Außenhandels abwickelte. Der bilaterale Warenaustausch mit Deutschland wies leicht nach oben.

Eine gegenüber den Vorjahren leicht abgeflaute Wachstumsdynamik der albanischen Wirtschaft hat 2012 auch dem zuletzt robust expandierenden Außenhandel des Landes zugesetzt. So reduzierte sich der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Schätzungen des Finanzministeriums in Tirana von 3,1% (2011) auf 1,5% im Jahr 2012. Gleichzeitig nahm der Warenaustausch des Landes mit dem Ausland mit einem Plus von 0,1% wertmäßig nur noch minimal zu.

Der Außenhandelsumsatz belief sich nach vorläufigen Angaben des Statistikamtes Albaniens (Instituti i Statistikave; Instat) 2012 auf 741,5 Mrd. Lek (rund 5,3 Mrd. Euro; 1 Euro = 139,72 Lek; Stand: Dezember 2012). Im Jahr zuvor hatte dieser ein Volumen von 740,9 Mrd. Lek erreicht. Angesichts steigender Ausfuhren und reduzierter Einfuhren verringerte sich der Passivsaldo der albanischen Handelsbilanz von 347,1 Mrd. Lek (2011) auf 315,5 Mrd. Lek (2012). Trotz dieser leichten Verbesserung übersteigt das Defizit das Exportvolumen jedoch nach wie vor beträchtlich.

Im Einzelnen registrierte die offizielle Statistik für 2012 einen Anstieg der Ausfuhren um 8,2% auf 213,0 Mrd. Lek. Dem standen auf der Einfuhrseite Lieferungen in Höhe von 528,5 Mrd. Lek (2,9% weniger als im Vorjahr) gegenüber.

Wie in den Jahren davor hat die EU auch 2012 ihren Rang als mit deutlichem Abstand führender Handelspartner Albaniens behaupten können. Auf der Einfuhrseite bröckelte ihr Anteil an den Gesamteinfuhren zwar leicht auf 61,9% nach 64,0% im Jahr davor ab. Die Bedeutung der EU als Abnehmer für albanische Erzeugnisse nahm aber weiter zu. Mehr als drei Viertel (75,5%) aller Exporte des Landes fanden ihre Abnehmer 2012 in der EU. Im Jahr davor hatte sich der Anteil der EU an den Gesamtausfuhren Albaniens auf 72,7% belaufen.

Eine besondere Rolle im Rahmen des albanischen Warenverkehrs mit der EU spielt Italien. Der Anteil dieses Landes am gesamten Außenhandelsumsatz belief sich 2012 mit umgerechnet knapp 2,0 Mrd. Euro auf 37,4%. Dabei ging mehr als die Hälfte der albanischen Ausfuhren (51,1%) an italienische Abnehmer. Im Gegenzug hatte 2012 knapp ein Drittel (31,9%) aller nach Albanien gelangten Waren zolltechnisch gesehen seinen Ursprung in Italien.

Ein- und Ausfuhr nach wichtigen Ländern (in Mrd. Lek)
Land 2008 2009 2010 2011 2012 Veränderung 2012/2011 (in %)
Einfuhr insgesamt, darunter aus: 438,9 428,8 477,8 544,0 528,4 -2,9
.Italien 116,5 112,2 134,6 166,0 168,3 1,4
.Griechenland 64,4 66,6 62,6 57,8 50,1 -13,3
.VR China 32,7 31,1 30,2 34,7 33,5 -3,5
.Deutschland 26,7 27,7 26,8 31,2 31,9 2,2
.Türkei 26,2 27,7 27,0 30,2 30,4 0,7
.Serbien 17,9 11,5 17,7 19,6 23,3 18,9
Ausfuhr insgesamt, darunter nach: 112,6 104,5 161,5 196,9 213,0 8,2
.Italien 69,6 64,8 82,1 105,0 108,8 3,6
.Spanien 0,2 1,3 5,6 7,0 19,7 181,4
.Kosovo 7,4 7,2 9,2 14,7 17,4 18,4
.Türkei 2,2 0,6 9,6 14,5 13,5 -6,9
.Griechenland 9,9 7,7 8,7 10,0 9,5 -5,0
.Deutschland 3,0 3,5 4,4 5,8 6,6 13,8

*) Wechselkurs: 1 Euro = 139,72 Lek (Stand: Dezember 2012)

Quelle: Instituti i Statistikave (Instat; Statistikamt Albanien)

Wie in den Jahren davor konnte auch 2012 weder bei den Ein- noch bei den Ausfuhren kein anderer Handelspartner Albaniens auch nur annähernd an Italiens Dominanz heranreichen. Auf Seiten der Einfuhren folgten dahinter mit respektablem Abstand Griechenland (Anteil: 9,5%), die VR China (6,3%) und Deutschland (6,0%). Bei den Ausfuhren zählten nach Italien Spanien (9,2%), Kosovo (8,2%) und die Türkei (6,3%) zu wichtigsten Abnehmerländern.

Für den bilateralen Handel mit Deutschland gibt die amtliche Statistik Albaniens für 2012 einen Umsatz von 38,5 Mrd. Lek oder umgerechnet 275,9 Mio. Euro an. Den recht deutlich gewachsenen Exporten nach Deutschland in Höhe von umgerechnet 47,3 Mio. Euro standen laut Instat nur leicht gestiegene Lieferungen von dort über 228,6 Mio. Euro gegenüber.

Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis), die leichte Abweichungen zum Zahlenmaterial der albanischen Statistik aufweisen, ermöglichen eine detaillierte Betrachtung der Handelsströme zwischen beiden Ländern. So hat sich der deutsch-albanische Warenverkehr auch nach Destatis-Angaben 2012 leicht intensiviert. Der Handelsumsatz erhöhte sich um 7,8% auf 237,0 Mio. Euro, wobei die Impulse hierfür vornehmlich von den deutlich gestiegenen albanischen Exporten nach Deutschland stammten. Diese legten im Vorjahresvergleich um 26,7% auf 77,2 Mio. Euro zu.

Demgegenüber traten die deutschen Lieferungen nach Albanien Destatis zufolge nahezu auf der Stelle und verzeichneten mit 159,8 Mio. Euro lediglich ein Plus von 0,4%. Als Folge verringerte sich der deutsche Überschuss im bilateralen Warenaustausch zwischen 2011 und 2012 von 97,3 Mio. auf 82,6 Mio. Euro.

In der Warenstruktur der deutschen Ausfuhren nach Albanien dominierten auch 2012 mit einem Lieferwert von 35,5 Mio. Euro Kraftfahrzeuge (HS-Kap. 87; Anteil an den Exporten: 22,2%). Interessant erscheint der Aspekt, dass mit 17,0 Mio. Euro knapp die Hälfte dieses Betrages auf Wohnmobile (2.416 Stück), vorrangig mit einem Dieselmotor ausgestattet und gebraucht, entfiel. Neue dieselbetriebene Pkw mit einem Hubraum von 1.500 bis 2.500 ccm (285 Stück) wurden für 6,7 Mio. Euro, gebrauchte Diesel-Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 20 t für 2,4 Mio. Euro eingeführt.

Unverändert im Vergleich zu den Vorjahren rangierten auch 2012 Maschinen und Apparate (HS-Kap. 84) an zweiter Stelle der deutschen Albanien-Exporte. Auf diese entfielen mit 24,4 Mio. Euro 15,3% der Gesamtausfuhren. Den Hauptposten unter den sonst zumeist ausgesprochen kleinteiligen Lieferungen stellten mit einem Wert von 3,1 Mio. Euro Teile von Bohrmaschinen oder Tiefbohrgeräten für den Tief- oder Bergbau dar. Die Marke von 1 Mio. Euro übersprangen bei den deutschen Ausfuhren nach Albanien zudem nur noch Druckmaschinenzubehör, bestimmte digitale EDV-Technik sowie Geldsortier-, Geldzähl- und Geldeinwickelmaschinen.

Mit einem Exportwert von 11,5 Mio. Euro stellten pharmazeutische Erzeugnisse (HS-Kap. 30) die drittwichtigste Warengruppe auf Seiten der deutschen Ausfuhren nach Albanien. Das entsprach einem Beitrag von 7,2%. Den Löwenanteil daran bestritten mit 8,7 Mio. Euro bestimmte dosierte, aus gemischten oder ungemischten Erzeugnissen bestehende Arzneiwaren sowie mit 1,7 Mio. Euro dosierte, insulinhaltige Präparate.

In Gegenrichtung nahm Deutschland aus Albanien vor allem Rohöl ab. Als wichtigste Einzelposition registrierte Destatis entsprechende Bezüge im Wert von 29,5 Mio. Euro. Das entsprach einem Anteil von etwa 38,2% an den albanischen Exporten nach Deutschland.

Dahinter rangierte 2012 eine Reihe von Erzeugnissen der Warengruppe Andere Bekleidung, Bekleidungszubehör (HS-Kap. 62) mit 21,8 Mio. Euro oder einem Anteil von 28,3% an den Gesamtlieferungen. Zu den wichtigsten Unterpositionen zählten dabei mit rund 4,7 Mio. Euro Arbeitsbekleidung aus synthetischen Chemiefasern für Männer (Hosen, Latzhosen und Jacken) sowie mit knapp 3,7 Mio. Euro bestimmte Damenbekleidung (lange Hosen aus Denim und Blusen aus Chemiefasern).

Im zweistelligen Millionenbereich bewegte sich bei den deutschen Einfuhren aus Albanien außerdem nur noch Schuhe (HS-Kap. 64). Entsprechende Lieferungen nach Deutschland umfassten 2012 etwa 760.000 Paar für zusammen 10,4 Mio. Euro.

Entwicklung von Ein- und Ausfuhr nach wichtigen Warengruppen (in Mrd. Lek)
Warengruppen (HS-Kap.) 2008 2009 2010 2011 2012 Veränderung 2012/2011 (in %)
Einfuhr:            
Mineralische Brennstoffe; Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destillation (27) 70,4 50,7 65,9 95,8 105,2 9,8
Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte; Teile davon (84) 40,5 38,2 32,3 39,9 34,4 -13,8
Zugmaschinen, Kraftwagen, Krafträder, Fahrräder, Landfahrzeuge, Teile davon (87) 25,8 26,8 23,2 30,8 33,2 7,8
Elektrische Maschinen, Apparate, Geräte und andere elektrotechnische Waren, Teile davon (85) 29,5 31,8 35,9 37,6 28,6 -23,9
Eisen und Stahl (72) 20,4 23,2 27,7 33,8 25,7 -24,0
             
Ausfuhr:            
Mineralische Brennstoffe; Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destillation (27) 10,0 12,1 29,0 41,7 56,7 36,0
Schuhe, Gamaschen und ähnliche Waren; Teile davon (64) 18,9 20,0 25,4 30,3 29,7 -2,0
Eisen und Stahl (72) 11,3 4,3 18,8 26,1 24,1 -7,7
Kleidung und Bekleidungszubehör, ausgenommen aus Gewirken und Gestricken (62) 16,4 15,2 16,5 18,9 18,5 -2,1
Kleidung und Bekleidungszubehör, aus Gewirken und Gestricken (61) 12,5 12,2 12,5 13,8 13,0 -5,8

*) Wechselkurs: 1 Euro = 139,72 Lek (Stand: Dezember 2012); Quelle: Instat

Quelle: www.gtai.de