Für die griechische Wirtschaft haben die eingeführten Kapitalverkehrskontrollen schwere Folgen. Eigentlich sollte sich der griechische Arbeitsmarkt im Jahr 2015 weiter erholen. Aber durch die am 29.06.2015 eingeführten Kapitalverkehrskontrollen erlebte Griechenland, das zu etwa 80% von Importen abhängt, einen massiven Einbruch der Einfuhren. Im Juli 2015 sind die Importe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Viertel zurückgegangen. Zahlreiche Unternehmen, die von eingeführten Rohstoffen und Zwischenprodukten abhängig sind, mussten ihre Produktion drosseln oder einstellen.
Mittlerweile gehen griechische Experten davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in 2015 auf 30% steigen wird (gegenüber 27% im 1. Quartal). Die Lohnstückkosten sind 2015 dagegen weiter gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt soll 2015 um 4% einbrechen.
Viele Griechen suchen ihr Glück im Ausland: Rund 200.000 Arbeitnehmer haben bis Juni 2015 das Land verlassen, so das Marktforschungsunternehmen ICAP.
Die Arbeitsmarktreformen der letzten drei Jahre führten zu geringeren Lohnstückkosten und zu einer stärkeren Flexibilität. Während die griechische Regierung bei Amtsantritt am 26.1.15 eine Rücknahme sämtlicher Reformen versprochen hatte, sah sie sich in den Verhandlungen mit den Gläubigern gezwungen neuen Maßnahmen zuzustimmen.
Die neuen Reformen beinhalten unter anderem die Abschaffung der Frührenten, eine Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um 3,9% und Gruppenentlassungen sowie strenge Regeln bei Streiks.


