Neue Handelszone umfasst 500 Millionen Einwohner / Von Achim Haug
Ein Zeichen für den Freihandel setzten die Minister von elf Ländern im Asien-Pazifik-Raum, als sie Mitte Januar 2018 das Nachfolgeabkommen für die Trans-Pacific Partnership auf den Weg brachten. Für Japan darf dies als diplomatischer Erfolg gewertet werden, denn das Land hat sich nach dem Ausscheiden der USA zur treibenden Kraft hinter dem Freihandelsvertrag aufgeschwungen. Mit diesem entsteht eine Zone mit 500 Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftsleistung von über 10 Billionen US-Dollar.
Eines der ersten Opfer der "America First"-Politik von US-Präsident Donald Trump war die Trans-Pacific Partnership (TPP). Der Vertrag, der zwölf Länder in Asien und Amerika umfasste, war bei Trumps Amtsantritt eigentlich unterschriftsreif und wurde schon als der neue "Goldstandard" für Freihandelsabkommen bezeichnet. Nach der Absage der größten Volkswirtschaft war TPP auf eine Wiederbelebung angewiesen, und diese war Anfang 2018 erfolgreich.
Das inhaltlich abgespeckte Abkommen trägt den neuen Namen "Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership" (CPTPP). Der Teilnehmerkreis umfasst die elf verbliebenen Länder Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Ohne die USA sinkt auch der Umfang deutlich: Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zusammengenommen rund 10 Billionen US-Dollar (US$) beläuft sich der gemeinsame Anteil an der Weltwirtschaftsleistung nur noch auf 14 Prozent statt zuvor fast 40 Prozent. Trotzdem dürfte das Abkommen den Handel der Länder untereinander befördern, und Lieferketten könnten sich entsprechend anpassen.


