Die ausländischen Direktinvestitionen konnten im Vorjahr den höchsten Wert seit über 60 Jahren verzeichnen. Nach Informationen der brasilianischen Zentralbank flossen Finanzmittel von ausländischen Gesellschaften in Gesamthöhe von US$ 45 Mrd. nach Brasilien. Altamir Lopes, Chefvolkswirt der Zentralbank, hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die brasilianische Wirtschaft nach Auffassung der ausländischen Investoren auf einem soliden Fundament steht. Trotz oder gerade wegen der weltweiten Krise investierten ausländische Gesellschaften deshalb verstärkt auf dem Binnenmarkt. Im Zeitraum von September bis Dezember 2008 flossen ausländische Gelder in Höhe von US$ 20,5 Mrd. nach Brasilien. Im Dezember erreichten die ausländischen Direktinvestitionen mit US$ 8,1 Mrd. sogar den zweithöchsten Wert für einen Einzelmonat seit Beginn dieser Aufzeichnungen durch die Zentralbank. Nach Angaben der Tageszeitung O Estado de Saõ Paulo lagen die ausländischen Direktinvestitionen im Vorjahr deutlich über dem Leistungsbilanzdefizit. Dieses erhöhte sich auf US$ 28,3 Mrd. Damit wurde das schlechteste Ergebnis seit 1988 erzielt. Im Jahr 2007 wurde noch ein Überschuss von US$ 1,5 Mrd. erwirtschaftet. Der Handelsbilanzüberschuss ging im Vorjahr deutlich zurück. Die Ausfuhren konnten zwar weiter zulegen. Die Einfuhren erzielten allerdings überdurchschnittliche Zuwachsraten. Der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich gegenüber 2007 von US$ 40 Mrd. auf knapp US$ 25 Mrd. Für 2009 erwarten Fachleute eine weiter rückläufige Entwicklung. Im Vorjahr beliefen sich die Rücküberweisungen von Gewinnen und Dividenden ausländischer Gesellschaften auf US$ 33,8 Mrd. Dabei führte die Finanzkrise dazu, dass beispielsweise Rücküberweisungen in die US-amerikanischen Mutterhäuser deutlich zugenommen hatten.
Quelle: Wochenbericht, 4. Februar 2009 - Eine Gemeinschaftspublikation der Deutsch-Brasilianischen Auslandshandelskammern und von Germany Trade and Invest


