Da Serbien nicht vom Importstopp Russlands für Agrarprodukte aus der EU betroffen ist, hofft der EU-Beitrittskandidat nun auf eine Steigerung seiner Agrarexporte. Die Exportmöglichkeiten des Landes sind allerdings äußerst bescheiden. Schon im ersten Quartal hat Serbien seine Agrarexporte nach Russland um 69% auf 55,5 Mio USD (rund 41,52 Mio EUR) gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Bis Jahresende dürften die Agrarausfuhren nach früheren Schätzungen der serbischen Wirtschaftskammer auf 300 Mio USD steigen - im Vorjahr waren es 184 Mio USD gewesen. Insgesamt belief sich das Handelsvolumen zwischen Serbien und Russland im vergangenen Jahr auf 3,1 Mrd USD - etwa ein Drittel davon waren serbische Exporte. Serbische Agrarexperten verweisen auf die recht bescheidenen Exportmöglichkeiten der heimischen Produzenten. Nach Russland können jährlich nämlich nur etwa 70.000 t Äpfel exportiert werden. Der serbische Agrarexport stütze sich auf etwa 30 Agrarunternehmen und kaum 1.000 Landwirte, was die Folge geringer Investitionen in den Agrarbereich in den letzten zwanzig Jahren sei, erläuterte Miladin Sevarlic von der Agrarfakultät in Belgrad der Tageszeitung Vecernje Novosti. Nach Ansicht von Handelsminister Rasim Ljajic gäbe es allerdings gute Möglichkeiten für eine Ausweitung der Exporte nach Russland. Die Produktionskapazitäten im Agrarbereich seien derzeit bei weitem nicht ausgelastet. Bei den Speiseöl-Produzenten betrage die Auslastung derzeit nur 50%, in der Viehfutterproduktion gar nur 34%. Belgrad lehnt es nach wie vor ab, sich den EU-Sanktionen gegen Moskau anzuschließen. Serbien würde zwar die Gebietseinheit der Ukraine, Krim eingeschlossen, anerkennen, wolle aber nicht seinen freundschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Moskau Schaden zufügen, heißt es offiziell.
Serbien
Ausweitung der Exporte nach Russland möglich
Quelle: Südosteuropa aktuell


