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Japan

Bedeutung von Übernahmen und Fusionen steigt in Japan weiter


Tokio (bfai) - Japan erlebte2007 mehr Übernahmen und Fusionen als im Vorjahr. Jedoch ging zumersten Mal seit vier Jahren die Zahl der innerjapanischen Transaktionenzurück. Zugelegt haben die angekündigten und durchgeführten Übernahmenjapanischer Firmen durch ausländische Unternehmen. Ebenso expandierthaben die Fälle, in denen bereits bestehende Kapitalanteile weitererhöht wurden. Ein Grund ist, dass japanische Unternehmen wiederstärker auf Überkreuzbeteiligungen zurückgreifen. (Kontaktanschrift)


Übernahme- und Fusionsaktivitäten (M&A) haben 2007 wertmäßigsowohl weltweit als auch in Japan einen neuen Höchststand erreicht.Nach Zahlen des US-amerikanischen Finanzdienstleisters Thomson stiegendie angekündigten und durchgeführten Transaktionen international um 24%auf rund 4,5 Bill. US-Dollar. In Japan legte der Wert jedoch lediglichum 3,2% auf 153,8 Mrd. US-Dollar zu.


Insgesamt registrierte Thomson für Japan die Zahl derangekündigten und durchgeführten M&A mit 3.081 Fällen. InsbesondereTransaktionen im Finanzbereich zeigten sich besonders aktiv. Von denzehn größten angekündigten sowie vollendeten Deals waren allein fünfaus der Finanzbranche. Mit zwei Transaktionen stand der Pharmasektor anzweiter Stelle.


Für Japan sehr auffällig war, dass die Zahl dergrenzüberschreitenden Deals, bei denen ausländische Investoren sich inJapan einkauften, um rund 56% auf 252 Fälle stieg. Beim Wertverzeichnete Thomson einen Anstieg um mehr als 600% auf 35,3 Mrd.US-Dollar. In umgekehrter Richtung sanken die Übernahmen und Fusionenausländischer Unternehmen durch japanische Investoren wertmäßig um44,7% auf 24,4 Mrd. US$.


Nach Angaben des japanischen Finanzberatungsunternehmens RecofCorp., das am 4.1.08 detaillierte Analysen veröffentlichte, belief sichdie Zahl der M&A im Jahr 2007 auf 2.696 Fälle (ohne solcheinnerhalb der gleichen Unternehmensgruppe), knapp 3% weniger als 2006.Darunter gingen die inländischen Fusionen und Übernahmen um 7% auf2.022 Fälle zurück. Um mehr als 70% auf 308 Deals stiegen die vonausländischen Unternehmen in Japan getätigten Akquisitionen. Die Zahlvon japanischen Firmen gekaufter ausländischer Ziele sank um 13% auf366 Fälle.


Aufgeschlüsselt nach Art der Transaktion machten Fusionen 2007mit 78 durchgeführten Deals bzw. einem Anteil von 2,9% relativ wenigeraus als im Jahr zuvor. Hingegen legte der Anteil derÜbernahmeaktivitäten leicht zu und kam auf 41,8%. Die signifikantesteÄnderung war bei der Ausweitung bereits bestehender Investitionen inanderen Unternehmen festzustellen, deren Anteil an der Zahl derGesamtfälle auf 10,9% stieg (2006: 7,1%).


Dabei handelt es sich überwiegend um Überkreuzbeteiligungen. DieNeigung japanischer Unternehmen, seien sie aus der gleichenIndustriebranche oder Geschäftspartner, gegenseitig Anteile zu halten,hat wieder zugelegt. Eine Untersuchung von Nomura Securities zeigt,dass im Fiskaljahr 2006 (1.4.06-31.3.07) der Anteil vonÜberkreuzbeteiligungen zum ersten Mal seit dem Fiskaljahr 1990gestiegen ist, jedoch ausgehend von einem deutlich niedrigeren Niveauvon 11,2% (1990: rd. 33%).


Durch Überkreuzbeteiligungen wollen sich Japans Unternehmengegen feindliche Übernahmen schützen, die bislang eher die Ausnahmebilden. Zwar stieg 2007 die Zahl der Übernahmeangebote auf 102 Fälle,jedoch blieben die als "feindlich" eingestuften Aktivitäten mit fünfFällen deutlich in der Minderheit. Ein Beschluss des OberstenGerichtshofes Japans bestätigte die Aversion gegen solcheVorgehensweisen.


Dieser Gerichtsbeschluss 2007 beschreibt denUS-Investitionsfonds Steel Partners, der einen nicht abgesprochenenÜbernahmeversuch des Unternehmens Bull-Dog Sauce versuchte, als"missbräuchlich". Dabei sprach der Oberste Gerichtshof dem japanischenUnternehmen das Recht zu, defensive Maßnahmen zu ergreifen. Auch andereFirmen haben sich dementsprechend orientiert.


Insgesamt werden Übernahmeaktivitäten, insbesondere freundlicheOfferten, von ausländischer Seite zunehmen und auch begrüßt. DieseTransaktionen dienen der Konsolidierung und industriellenRestrukturierung. So hat 2007 beispielsweise Wal-Mart die nochausstehenden Anteile des japanischen Supermarktbetreibers Seiyugekauft, der schon seit Jahren in Schwierigkeiten war.


Zum anderen sind japanische Unternehmen aufgrund ihrerMarkenprodukte und Technologien attraktive Ziele. Allerdings hat dieRegierung einen Riegel eingebaut, wenn es um die Übernahme japanischerHigh-tech Firmen geht und dadurch Sicherheitsinteressen Japans tangiertwerden könnten. Zu den sensiblen Waren gehören seit die neue Liste derbeschränkt zugänglichen Industriezweige Ende September 2007aktualisiert wurde unter anderem auch Werkzeugmaschinen und Batterien.


Ausländische Investoren, die einen Anteil von 10% oder mehr aneiner Firma beispielsweise in den Bereichen Luft- und Raumfahrt,Atomkraft, Waffenproduktion kaufen wollen, müssen die japanischeRegierung 30 Tage im voraus über ihre Absicht informieren. Aufgrund dervorgelegten Investitionspläne entscheidet die Regierung, ob und inwelcher Weise eine Anteilskauf möglich ist.


Kontakt: Recof Corporation, Kojimachi DiamondBuilding 9F, 4-1-1 Kojimachi, Chiyoda-ku, Tokyo 102-0083, Tel.:0081/3-32 21 49 48, Fax: -32 34 32 16, Email: Internet: www.recof.co.jp/english


(M.J.)


Quelle: bfai/Länder&Märkte/16.01.2008, Ansprechpartner: Herr Robaschik, Ruf: 0221/2057-264

 

Letzte Änderung: 18.01.2008 durch Marion Wiegmann