Belarus hat sich nach Angaben der Notenbank des Landes um einen Stabilisierungskredit bei dem Internationalen Währungsfonds (IWF)bemüht. Bei dem beantragten Darlehen in Höhe von 2 Mrd USD handele es sich um eine "präventive Maßnahme, um die Währungsreserven zu erhöhen", sagte der Sprecher der Notenbank, Anatoli Drosdow, am Mittwoch zu Dow Jones Newswires. Der Nachbarstaat Ukraine führt bereits Gespräche mit dem IWF über einen Notfallkredit im Umfang von 10 Mrd bis 15 Mrd USD.
Die Devisenreserven von Belarus, auch als Weißrussland bekannt, sollten nach Aussage des Notenbanksprechers in etwa dem Wert der Importe innerhalb von drei Monaten entsprechen. Dies wären etwa 10 Mrd USD, allerdings beliefen sich die tatsächlichen Reserven gegenwärtig auf etwa 5 Mrd USD. Viele lokale Unternehmen im Lande seien gezwungen gewesen, den weißrussischen Rubel in Fremdwährungen umzutauschen. Grund dafür sei, dass sie keine Zahlungen für ihre Exporte erhalten hätten, jedoch ihre Zulieferer bezahlen mussten. Die Zentralbank des Landes habe im September etwa 600 Mio USD gewechselt.
Russlands Finanzminister Alexej Kudrin hatte am Dienstag gesagt, die Finanzkrise wirke sich "sehr stark" auf die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) aus. Bei einem Treffen mit den Finanzministern der Region sagte Kudrin, die Länder benötigten einen besseren Zugang zu Finanzhilfen der internationalen Gemeinschaft, inklusive von dem IWF. In der vergangenen Woche hatte Russland Belarus einen Kredit über 2 Mrd USD gewährt. Neben Belarus und der Ukraine befinden sich auch Ungarn, Serbien und Island in Gesprächen mit dem Währungsfonds. Die Volkswirtschaften dieser Länder sind von der Finanzkrise in starke Mitleidenschaft gezogen worden.
Quelle DowJones/NfA/23.10.2008


