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Brasilien

Brasilianer investieren zunehmend in ihre Schönheit -Auch ärmere Schichten kaufen mehr Kosmetik / Weltweit Nummer zwei bei Parfüm und Shampoo / Von Oliver Döhne


Der brasilianische Markt für Kosmetika und Körperpflege bekommt zunehmend internationales Gewicht. Zweitgrößter Absatzmarkt hinter den USA ist Brasilien bereits in den Segmenten Haarpflegemittel, Parfüm, Deodorant, Oralhygiene sowie Pflegeprodukte für Männer und Kinder. Das Schönheitsbewusstsein der Brasilianer und ein steigendes Einkommensniveau führen zu einem jährlichen Marktwachstum von 8 bis 10%. Gleichzeitig steigen die Nachfrage seitens niedriger Einkommensschichten und der Absatz von Markenprodukten. (Kontaktanschrift)

Der Absatz von Kosmetik und Körperpflegeprodukten wird Branchenschätzungen zufolge bis Ende 2008 um 8,7% auf 21,2 Mrd. Real (R$; etwa 10,1 Mrd. US$; 1 R$ = 0,48 US$; Stand 9.10.08) wachsen. Mit Investitionen von rund 600 Mio. US$ fließen 2008 rund 35% mehr Kapital in den Sektor als 2007. Ein wichtiger Faktor für die Expansion ist die zunehmende Kaufkraft der ärmeren Bevölkerung. Nach Angaben von João Carlos Basilio da Silva, Präsident des Branchenverbands Abihpec (Associação Brasileira da Indústria de Higiene Pessoal, Perfumaria e Cosméticos), hat sich besonders die Einkommensklasse C mit enormer Kraft auf dem Markt ausgebreitet. In den Gruppen, die Parfüm und Kosmetikartikel vorher lediglich zu besonderen Anlässen benutzten, gehören diese heute zur täglichen Gewohnheit.

"Wir haben eine Konsumsteigerung bei allen unseren Produkten im unteren und mittleren Bereich registriert", sagt Juliana Azevedo, Marketingleiterin des Unternehmens P&G Beauty, das in Brasilien die Marken Wella und Koleston vertreibt. Der brasilianische Anbieter Natura senkte wie viele seiner Wettbewerber die Preise einiger Basisprodukte, um innerhalb der neuen Konsumentenschichten Erstkunden zu gewinnen. "Nachdem die Kunden die neue Marke über günstige Angebote kennengelernt haben, probieren sie weitere Optionen aus", sagt José Vicente Marino, Vizepräsident von Natura.

Die Tendenz, dass Kunden mit der Zeit auf höherwertige Produkte umsteigen, bestätigt auch Nicolas Fischer, Brasilien-Chef von Beiersdorf-Nivea. Nach seiner Ansicht fragen die brasilianischen Konsumenten heute Markenprodukte nach, die sie zwar schon lange kennen, sich aber bisher nicht leisten konnten. Nivea brachte diese Entwicklung im 1. Halbjahr ein Umsatzplus von 25% ein. Ebenso trägt das immense Schönheitsbewusstsein der Brasilianer zum jährlichen Marktwachstum von 8 bis 10% bei. Etwa die Hälfte des Jahresumsatzes fällt zwischen September und Dezember an, wenn die Nachfrage nach Sonnenschutzmitteln durchschlägt.

Quelle: Bundesagentur für Außenwirtschaft (13.10.2008)