Brasilianische Industrie verzeichnet Rückschläge / Von Gloria Rose (März 2019)
São Paulo (GTAI) - Die gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse 2018 fielen schlechter aus als erwartet. Gegenwind aus der Weltwirtschaft und Zweifel an der Umsetzung wichtiger Reformen machen Sorge.
Brasiliens Wirtschaft hat 2018 enttäuschend abgeschnitten. Wie das Statistikamt IBGE Ende Februar bekanntgab, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,1 Prozent zu. Anlass zu Besorgnis lieferte insbesondere die schwache Erholung der Industrie. Nach der Stagnation 2017 wuchs der Sektor im vergangenen Jahr lediglich um 0,6 Prozent.
2019 begann für Brasiliens Industrie unerwartet hart: Der Dammbruch in Brumadinho (Minas Gerais) stellt den Bergbau auf den Prüfstand. Ford verkündete das Betriebsende für sein Traditionswerk in São Bernardo (São Paulo), mit weitreichenden Folgen für Kfz-Teile-Hersteller. Zudem rechnet das Nachbarland Argentinien, eines der wichtigsten Exportziele für die verarbeitende Industrie, im Wahljahr 2019 mit einem erneuten BIP-Rückgang.
Darüber hinaus besorgt die unsichere Entwicklung der Weltwirtschaft. In ihrer Revision vom 6. März schraubte die OECD allein deswegen Brasiliens BIP-Wachstumsprognose für 2019 von 2,1 Prozent auf 1,9 Prozent herunter. Brasiliens Finanzmarkt ist etwas optimistischer. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass sich die Geduld mit dem neuen Präsidenten erschöpft.
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