Druck auf Präsident Bolsonaro wächst / Von Gloria Rose
São Paulo (GTAI) - Ohne eine umfassende Rentenreform stockt der Aufschwung der brasilianischen Wirtschaft. Darüber herrscht Konsens. Doch die Mehrheitsbildung im Kongress ist kompliziert.
Unsichere Rentenreform und gedämpftes Geschäftsklima verunsichern
Die Umgestaltung des Renten- und Sozialversicherungssystems gilt als absolute Priorität der neuen Regierung. Am 20. Februar stellte sie einen umfassenden Reformvorschlag vor, der den Staatshaushalt in den kommenden zehn Jahren um mehr als 1 Billion brasilianische Reais (R$; etwa 274 Milliarden US-Dollar; Durchschnittskurs 2018: 1 US-Dollar = 3,65 R$).
entlasten soll. Wirtschaftsexperten befürchten, dass es in diesem Jahr zu keiner Einigung kommen könnte und warnen vor möglichen Folgen. Seit März 2019 unterliegt der brasilianische Real wieder stärkeren Schwankungen, die jedoch bislang weit unter dem Niveau des Wahlmonats Oktober 2018 liegen.
Die Prognose des brasilianischen Wirtschaftswachstums für 2019 wurde von 2,6 Prozent zu Jahresbeginn auf mittlerweile 2 Prozent korrigiert. Grund hierfür sind einerseits die enttäuschenden Wirtschaftsergebnisse des 4. Quartals 2018 und das gesunkene Vertrauen der Unternehmer und Konsumenten. Andererseits beeinträchtigen die Folgen des Staudammbruchs in Brumadinho die Industrieproduktion und das niedrigere Weltwirtschaftswachstum Brasiliens Geschäftsklima negativ. Für 2020 prognostiziert die brasilianische Zentralbank jedoch erneutes Wachstum.
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