Brasiliens Rohstoffreichtum birgt auch in Zukunft interessante Chancen, obwohl der Sektor momentan von der gesunkenen Eisenerznachfrage in China, den noch immer unklaren geplanten neuen Branchenregeln sowie den Folgen der Umweltkatastrophe nach dem Staudammbruch in Mariana überschattet wird. Viele Hersteller von Bergbauausrüstung produzieren lokal, warten aber mit Investitionen die neuen Rahmenbedingungen ab. Der Import von Equipment lag 2015 stark unter dem Vorjahr.
Die niedrigen Rohstoffpreise reduzierten den wertmäßigen Output des brasilianischen Bergbaus 2015 um rund 35% auf 26 Mrd. US$, gab der Branchenverband Ibram (Instituto Brasilieiro de Mineracao) bekannt. Dabei wirkte sich insbesondere der niedrige Preis von Eisenerz aus, das rund zwei Drittel sowohl von Brasiliens Bergbauproduktion als auch des Rohstoffexports ausmacht. Die mengenmäßige Produktion blieb hingegen stabil. Für 2016 rechnet Ibram mit ansteigenden Rohstoffpreisen und einem Plus der wertmäßigen Produktion von etwa 15% auf 30 Mrd. US$.
Brasiliens Export von Bergbauprodukten fiel 2015 um 34,9%, der von Eisenerz gar um 45,9%. Auch die Ausfuhren von Niob, Aluminium, Mangan, Natursteinen und Kaolin blieben hinter den Vorjahreswerten zurück. Der Import sank ebenfalls, wenn auch weniger ausgeprägt, zum Beispiel bei Kalium, Kohle und Kupfer. Der Rohstoff-Handelsbilanzüberschuss sank damit gegenüber 2014 von 26,4 Mrd. US$ auf 15,2 Mrd. US$, der dritte Rückgang in Folge, und fiel damit unter den gesamten Handelsbilanzüberschuss Brasiliens.


