Exporte kompensieren geringen Konsum
Von Oliver Döhne
São Paulo (GTAI) - Brasiliens Wirtschaft tut sich schwer, nach den zahlreichen Rückschlägen wieder auf die Beine zu kommen. Der politische Schwebezustand während des Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsidentin Rousseff fror die Situation ein. Die Hoffnungen, dass sich mit der Interimsregierung die Dinge schnell bessern würden, wurden enttäuscht. Es zeigt sich, dass die Probleme komplexer sind. Eine neue Wachstumsphase bedarf eines soliden und längerfristigen Vorlaufs, was Zeit in Anspruch nehmen könnte.
Eine der wenigen positiven Nachrichten 2016 ist, dass Brasiliens Konjunktur nicht weiter abstürzt, sondern sich zu stabilisieren beginnt. Das 1. Quartal fiel mit einem Minus der Wirtschaftsleistung um nur 0,3% weniger negativ aus als erwartet. Das 2. Quartal war gemischt. Ein stabiles 2. Halbjahr könnte der erste Schritt in eine neue Wachstumsphase sein. Für 2017 sind Banken, Volkswirte und Regierung verhalten optimistisch. Auch der Internationale Währungsfonds zog Mitte des Jahres nach und korrigierte seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2017 von 0,0 auf 0,5% nach oben.


