Vorkrisenniveau soll aber erst 2020 wieder erreicht werden / Große Optikketten erweitern Filialnetze / Von Edwin Schuh
Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat das Einkommen vieler brasilianischen Haushalte gesenkt. Gespart wurde auch an Augenoptik, der Umsatz des Sektors fiel um über ein Viertel. Im Jahr 2017 haben sich die Verkäufe jedoch stabilisiert und ab 2018 wird wieder ein Aufschwung erwartet. Die großen Optikketten weiten ihre Filialnetze aus, und der Sektor konsolidiert sich. Luxottica stieg durch die Übernahme von Óticas Carol in Brasilien ein.
Brasiliens Wirtschaftskrise hat auch den Markt für Augenoptik geschwächt. Nach Angaben des Branchenverbandes Abióptica lag der Umsatz des Sektors 2016 bei 4,8 Milliarden US-Dollar (US$) und damit 27,5 Prozent unter dem Niveau von 2013. Zwischen 2000 und 2013 hatten sich die Verkäufe mehr als vervierfacht, seit 2013 waren sie jedoch wieder rückläufig. Neben der Wirtschaftskrise hat auch die deutliche Abwertung des brasilianischen Real Probleme bereitet, da rund 85 Prozent der verkauften Augenoptik importiert wird. Für 2017 erwartet Abióptica ein Umsatzwachstum von 7 Prozent, was sich in den ersten Monaten des Jahres bestätigt hat.
Ab 2018 soll der Sektor wieder zweistellig zulegen, angetrieben von einer besseren Wirtschaftslage und dem anziehenden Konsum der Haushalte. Das Vorkrisenniveau wird Prognosen zufolge jedoch erst wieder 2020 erreicht. Mittelfristig besteht für Augenoptik in Brasilien noch viel Wachstumspotenzial. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO brauchen rund 100 Millionen Brasilianer eine Sehhilfe, jedoch wird diese bislang nur von 36 Millionen Personen genutzt. Rund 60 Millionen Brasilianer wüssten gar nicht, dass sie Sehschwierigkeiten haben. Dank einer besseren Gesundheitsaufklärung durch die Regierung sowie obligatorischer Sehtests in den Schulen dürfte die Zahl der Brillenträger steigen.


