Generika mit Rekordjahr / Umstrukturierung hält an
Von Gloria Rose
São Paulo (GTAI) - Brasilianer kauften 2015 weniger Medikamente. Viele Hersteller gewähren bereits geringere Preisnachlässe. Mit 35 neu zugelassenen Produkten verzeichneten Generika hingegen ein Rekordjahr. Die Umstrukturierungen in der Pharmaindustrie setzen sich auch 2016 fort. Einige multinationale Konzerne nutzen die Krise für ein Engagement in Brasilien. Im Vertrieb gewinnt E-Commerce an Bedeutung. Biosimilars sind auf dem Vormarsch. (Internetadresse)
Infolge öffentlicher Sparmaßnahmen und der geringeren Kaufkraft der Haushalte legte der Verkauf von Medikamenten in Brasilien 2015 weniger stark zu als in den Vorjahren. Daten von Marktforschungsunternehmen IMS Health belegen ein Wachstum des Umsatzes um 14,3% auf 75 Mrd. brasilianische Reais (R$, etwa 17,4 Mrd. Euro, Jahresdurchschnittskurs 2015: 1 Euro = 4,3117 R$), beziehungsweise 7,4% auf 44,7 Mrd. R$ nach Berücksichtigung der im Vertrieb gewährten Preisnachlässe. Die Absatzmenge stieg um ebenfalls 7,4%. Die Gewinnmargen der Industrie werden durch den Wechselkurs und die Verteuerung der zu 90,0% importierten Wirkstoffe, durch verzögerte Preisanpassungen der staatlichen Regulierungsbehörde für Medikamente Cmed sowie durch den zunehmenden Wettbewerb beeinträchtigt. Viele Hersteller gewähren bereits geringere Preisnachlässe und geben damit die Preissteigerungen an den Endverbraucher weiter. Industrieverband Sindusfarma zweifelt daher an der Wachstumsprognose von IMS Health von 8,0% und befürchtet erstmals seit 20 Jahren ein Umsatzwachstum unterhalb der Inflationsrate.


