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Indien

Budget 2020


Die wirtschaftliche Lage in Indien hat sich im Jahr 2019 eingetrübt und für das Jahr 2020 wird eine Wachstumsrate von ca. 5 % vorhergesagt.
Dies ist im internationalen Vergleich kein schlechter Wert, aber er passt nicht zu den ambitionierten Plänen der Modi Regierung.
Insofern wurde die Rede zum neuen Haushaltsplan 2020 der Finanzministerin Nirmala Sitharaman am 1. Februar 2020 mit großer Spannung erwartet. Wie in den vergangenen Jahren werden hohe Summen für Sozialleistungen, Landwirtschaft, Bildung und den Energiesektor eingeplant. Trotzdem bemüht man sich das Haushaltsdefizit nicht ausufern zu lassen und auf 3,5% zu beschränken. Für die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen wurde eine neue Steuersystematik eingeführt: auf Wunsch wird man niedriger besteuert, muss dann aber auf alle weiteren Steuervergünstigungen und Privilegien verzichten. Für deutsche Unternehmen gab es zwei positive Veränderungen im Steuerregime. Deutsche Unternehmen, die Dienstleistungen in Indien erbringen und keine Betriebstätte unterhalten, bekommen zwar weiterhin die Quellensteuer in Höhe von 10% abgezogen, müssen aber keine Steuererklärung in Indien abgeben, somit wird für diese Dienstleister in Zukunft auch keine PAN Nummer mehr benötigt. Dies ist eine erhebliche Vereinfachung für kleine und mittelständische Dienstleister. Weiterhin wurde die Dividendensteuer in Höhe von ca. 20% abgeschafft. Die Dividenden werden nun, wie international üblich, in der Steuererklärung der Anteilseigner angegeben. Ausländische Unternehmen können deshalb diese Steuer nach den Vorschriften des Doppelbesteuerungsabkommens in Deutschland anrechnen lassen. Bei Auszahlung der Dividenden fällt aber noch die Quellensteuer in Höhe von 10% an.
Zur Abwehr der aggressiven chinesischen Konkurrenz wurden einige Importzölle auf Konsumgüter, wie Spielzeug, Schuhe, Möbel, drastisch erhöht.
Zudem versucht die indische Regierung mit der Zollpolitik im Rahmen der „Make in India" Kampagne verstärkt Produktion in Indien zu erzwingen, und hat daher auch die Zölle auf Leiterplatten von Handys und auf die Komponenten von Abgaskatalysatoren erhöht. Auch der Import von Elektrofahrzeugen wurde verteuert, und das, obwohl im letzten Jahr nur knapp über 1000 elektrische PKW in Indien verkauft wurden. Es bleibt zu hoffen, dass die indische Regierung nicht in veraltete Verhaltensmuster aus der Ära von Indira Gandhi zurückfällt. Diese Zwangssteuerung der indischen Wirtschaft hat bekanntlich in eine Sackgasse geführt und wird auch heute nicht erfolgreich sein.
Gerne lassen wir Ihnen auch noch weitere Informationen unserer Partner zu den Neuerungen des Budgets zukommen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Anne Krieckhaus (krieckhaus@indien.ahk.de )

Quelle: Deutsch-Indische Handelskammer, Düsseldorf