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Bulgarien

Bulgarien - Chemie / Chemische Industrie


Die chemische Industrie ist eine der industriellen Schwerpunktbranchen Bulgariens. Chemie und Petrochemie zusammen halten einen Anteil von mehr als 25% an der verarbeitenden Industrie. Dennoch ist das Balkanland einer der aussichtsreichsten Absatzmärkte für deutsche Chemiehersteller in Südosteuropa. Der Anteil der deutschen Unternehmen am bulgarischen Importmarkt für Chemieprodukte nähert sich der 20%-Marke. Die notwendige Anpassung an die EU-Normen schafft ferner bis 2012 hervorragende Absatzchancen für chemiespezifische Umwelttechnik.

Marktentwicklungen/-bedarf

Der bulgarische Markt für chemische und petrochemische Erzeugnisse hatte 2006 ein Volumen von schätzungsweise 2,9 bis 3,0 Mrd. Euro. Am gesamten Marktvolumen halten ausländische Unternehmen inzwischen einen Anteil von rund 60%. Bei einigen Produkten, wie etwa Arzneimitteln, liegt er darüber, in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei Düngemitteln, darunter. Geschätztes Marktvolumen 2006 in ausgewählten Segmenten: Arzneimittel: 600 Mio. Euro; kosmetische Erzeugnisse: 160 Mio. Euro; Farben und Lacke: 165 Mio. Euro; Kunststoffe (Halbwaren) 280 bis 310 Mio. Euro; Fertige Kunststofferzeugnisse: 220 Mio. Euro.

Die aktuellen Prognosen für die mittelfristige Umsatzentwicklung mit Chemieerzeugnissen in Bulgarien insgesamt bewegen sich in einer Spannbreite von 5 bis 6% pro Jahr. Bei den Importen rechnen Marktbeobachter vorerst mit jährlichen Steigerungen von 10% und mehr. Überdurchschnittliche Zuwachsraten der Umsätze werden vor allem für Arzneimittel, Kosmetika sowie für Farben und Lacke prognostiziert. Der unverwüstliche Bauboom begünstigt ferner alle Produkte, die beim Bau oder bei der Inneneinrichtung von Bauten zum Einsatz kommen. Erwartete Umsatzzuwachsraten für den Zeitraum 2007 bis 2009 (durchschnittlich pro Jahr) nach Segmenten: Farben und Lacke +5% bis +7%; Kosmetika +5% bis +7%; Arzneimittel +8% bis +10%; Wasch- und Reinigungsmittel +4%; Düngemittel +3%; Kunststofferzeugnisse +4% bis +6%; Kunststoffhalbwaren +4% bis +5%.

Die nächsten Jahre

Die Investitionstätigkeit in der Chemiebranche hat sich seit 2004 deutlich belebt, und zwar vor allem aufgrund der notwendigen Anpassungsprozesse an die Produktions- und Umweltnormen der EU. Um das Umweltzertifikat nach EU-Direktive 96/61 zu erhalten, haben die Unternehmen in den nächsten Jahren an die 750 Mio. Euro zu investieren. Die Anpassungen müssen bis 2011 vollzogen sein, denn für die bulgarische Chemie wurde keine so lange Übergangsperiode ausgehandelt wie für Rumäniens Chemie (2017). Die größten Investitionen in neue Installationen zur Erfüllung der Direktive 96/61 sind bei Lukoil-Neftochim zu tätigen (500 Mio. Euro). Es folgen die Unternehmen Agropolichim (20 Mio.), Sviloza (18,5 Mio.), Solvay Sodi (15,3 Mio.) und Neochim (14,9 Mio. Euro).

Quelle: bfai