CEE Quarterly 1Q16:
Rahmenbedingungen für Zentral- und Osteuropa auch nächstes Jahr günstig
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EU-CEE Subregion soll 2016 und 2017 über Potenzial wachsen
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Starkes Wachstum der Eurozone hat Kroatien und Serbien heuer bei der Überwindung der Rezession geholfen, gleichzeitig litt die Türkei bis vor Kurzem unter erhöhter politischer Unsicherheit
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Transferleistungen der Europäischen Union werden 2017 noch stärker wirksam, wenn die Exporte nachlassen
Angesichts eines festeren Wachstums in der Eurozone, gedämpfter Ölpreise und Zinsen, die dank des Anleihenkaufprogrammes der EZB sehr niedrig sind, sollte das wirtschaftliche Umfeld für Zentral- und Osteuropa (CEE) auch im nächsten Jahr günstig sein. Insbesondere die jüngeren EU-Mitglieder aus Zentraleuropa (EU-CEE*) werden laut der aktuellen Ausgabe des „CEE Quarterly“, das der Bereich Economics & FX/FI Research in der UniCredit quartalsweise veröffentlicht, mit über 3 Prozent weiter zügig wachsen. Der vorübergehende Entfall von EU-Transferleistungen 2016 wird zwar die Konjunktur belasten, sie sollten aber im folgenden Jahr noch stärker wirksam werden, wenn die Exporte voraussichtlich nachlassen. Insgesamt soll das Wirtschaftswachstum der EU-CEE Subregion 2016 und 2017 jeweils über Potenzial liegen. Gleichzeitig bestehen - mit Länderunterschieden - einige Risiken wie eine schlechtere Entwicklung Europas, geopolitische Spannungen und Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed.
2015 war ein gutes Jahr für CEE. Die Nachfrage in Europa ist gestiegen, die Ölpreise sind gefallen und Liquidität war weltweit reichlich verfügbar. Trotzdem ist es einmal mehr nur EU-CEE gelungen, in vollem Umfang von diesen Rahmenbedingungen zu profitieren. Ihre Wachstumsraten erreichten die höchsten Werte seit dem Krisenjahr 2008 und makroökonomische Ungleichgewichte waren nicht vorhanden. Sinkende Risikoprämien belegen, dass die Kapitalmärkte davon Notiz genommen haben und die Region ihren Ruf als „sicherer Hafen“ unter den Schwellenländern bei den Investoren weiter gefestigt hat. Darüber hinaus bietet sich ein differenziertes Bild: Das starke Wachstum in der Eurozone hat zwar Kroatien und Serbien geholfen, die Rezession zu überwinden, aber ihre Entwicklung blieb wegen struktureller Beschränkungen sowie offener steuerlicher und budgetärer Reformen suboptimal. Die Türkei hat ebenfalls enttäuscht, wobei Konjunktur und Finanzmärkte durch politische Untätigkeit und zusätzlich - bis vor Kurzem - durch eine erhöhte, politische Unsicherheit gebremst worden sind. Russland und Ukraine steckten unverändert in tiefer Rezession, wobei ersteres durch den Fall der Ölpreise schwer getroffen worden ist und letzteres den Verlust größerer Produktionskapazitäten im Osten des Landes bewältigen musste.
Slowakei - BIP - Prognose 2016 3,0 %, Prognose 2017 3,0 %
Tschechien - BIP - Prognose 2016 2,3 %, Prognose 2017 3,0 %
*EU CEE: Diese Gruppe umfasst jene Länder, die 2004 und 2007 der Europäischen Union beigetreten sind: Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, die Tschechische Republik und Ungarn. Kroatien ist ausgenommen und wird separat analysiert.


