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Russland

Chancen auf russischem Werkzeugmarkt


Moskau (bfai) - Russland bietet sich für die deutsche Werkzeugindustrieals guter Absatzmarkt an. Ob im Baugewerbe oder in der Industrie, inBaumärkten oder bei Handwerkern - in den wichtigsten Abnehmerbereichenzeigt die Nachfrage deutlich nach oben. Auf der internationalenFachausstellung für Werkzeug und Zubehör "Intertool 2006", die imNovember in Moskau stattfand, herrschte denn auch recht gute Stimmung.Der russische Markt ist zwar nicht einfach. Die Erwartungen an dessenEntwicklung in den nächsten Jahren sind jedoch positiv.(Kontaktanschrift)Der Bausektor boomt, die Industrie investiert - die Vorzeichen für eingutes Geschäft mit Werkzeug in Russland sind derzeit überaus günstig.Mit Schraubschlüssel, Zange und Hammer, aber auch mitHigh-Tech-Vermessungsgerät und Industriewerkzeug kann auf dem größtenosteuropäischen Markt derzeit gutes Geld verdient werden. Die Nachfragesteigt, die meisten Käufer, Baufirmen, Industriebetriebe oderDatscha-Besitzer, verfügen über spürbar mehr Geld als früher.Billigwerkzeug lokaler oder chinesischer Herkunft bleibt gefragt, dasEntscheidungskriterium hohe Qualität gewinnt aber zunehmend anBedeutung.Für die deutsche Werkzeugindustrie ist Russland inzwischen zumzehntwichtigsten Ausfuhrmarkt weltweit aufgestiegen, noch vorTschechien, der VR China oder Polen. Nach Angaben des FachverbandesWerkzeugindustrie e.V. (Remscheid) lag der Anteil des größtenosteuropäischen Landes an den gesamten deutschen Exporten von 2,7 Mrd.Euro im Jahr 2005 bei 2,9%. Wichtigste Ausfuhrländer bleiben aber mitgroßem Abstand die USA (Anteil von 8,6%), Frankreich (8,3%), Italien(6,6%), die Niederlande (6,5%) und Österreich (6,3%).Dafür lockt Russland mit hohem Wachstum. "Auf dem Markt ist viel Geldda, und das kann man an der Nachfrage deutlich merken", sagt DanielRohde von der Wiha Werkzeuge GmbH. Denjenigen, die seit längerem inRussland vertreten sind, kommt das zugute. "Wir haben unseren Umsatz inRussland dieses Jahr deutlich verbessert", schwärmt der Wiha-Manager,"und das ist sicherlich auch der Teilnahme an der Vorjahresmesse zuverdanken". Von Umsatzwachstum von 40% und mehr Prozent berichten aucheinige andere deutsche Branchenunternehmen, die auf der diesjährigeninternationalen Fachmesse "Intertool 2006" (7. bis 10.11.06, Expozentr)in Moskau ausstellten.Für manch ein deutsches Unternehmen ist Russland inzwischen sogar zumwichtigsten Absatzmarkt weltweit geworden, wichtiger als Frankreichoder andere westeuropäische Länder. So zum Beispiel für NedoGmbH&Co. KG, einem Hersteller von hochwertigem Messwerkzeug fürprofessionellen Bedarf aus Dornstetten im Nordschwarzwald. DieserErfolg kommt nicht von ungefähr: "Wir sind seit dreizehn Jahren auf demMarkt und haben dem Land in schlechten und guten Zeiten "die Stangegehalten hat", sagt Nedo-Vertreter Peter Graf. Damit und mit derHigh-Tech-Qualität hat sich das Unternehmen ein starkes Image inRussland erarbeitet. "Das zahlt sich heute aus", so Graf.Die Vertriebsformen sind unterschiedlich. Einige lassen den Markt voneinem Partner exklusiv bearbeiten. Andere arbeiten dagegen über acht,neun Händler, die sich zum Teil den Markt aufteilen, zum Teil aber auchmiteinander konkurrieren. Als sinnvoll habe sich erwiesen, einenVertreter zu haben, der die eigenen Händler in Russland betreut,berichtet ein Werkzeug-Hersteller. Die wichtigsten Fragen, die bei derWahl eines Vertriebspartners geklärt werden müssten, seien: Ist derpotenzielle Partner gewillt, die benötigte Zahl von Mitarbeitern fürdie Betreuung der Produkte vorzuhalten, in ihre Ausbildung, in einLager und in die Zertifizierung zu investieren. Nicht selten ist dieBereitschaft dazu nicht da.Auch Hersteller von Industriewerkzeugen rechnen mit einem florierendenGeschäft in Russland. Große Hoffnungen werden vor allem auf dieAutomobilindustrie, aber auch andere Zweige, wie etwa den Flugzeugbau,gesetzt. Zahlreiche globale Autokonzerne sind dabei, in Russland eigeneWerke aufzubauen, und die Zulieferindustrie wird ihnen folgen. DieLizenzfertigung westlicher Automodelle durchrussische Hersteller nimmt ebenfalls zu. Davon werden Nachfrageimpulseetwa für pneumatisches und anderes Industriewerkzeug erwartet. Diealles entscheidende Frage dabei ist, wie der Zugang zu den (russischenund internationalen) Abnehmern gefunden werden kann. Selbst großewestliche Anbieter vertrauen dabei nicht nur auf eigene Kräfte, sondernsetzen geschickte russische Vertreter mit guten Verbindungen in dieIndustrie ein.Quelle: bfai