Elektrizitätsgewinnung aus Bioenergie bietet interessante Perspektiven / Von Florian Steinmeyer
Mexiko-Stadt (GTAI) - Aus biologischen Quellen gewonnener Strom ist in Mexiko noch selten, doch im Zuge der Energiereform und des geplanten Ausbaus erneuerbarer Energien bieten sich neue Perspektiven. Vor allem die Nutzung landwirtschaftlicher und städtischer Abfälle sowie von Klärschlamm ist aussichtsreich. Um der Branche zum Durchbruch zu verhelfen, sind jedoch ein klarer Rechtsrahmen und ausgereiftere Finanzierungsmöglichkeiten nötig. Auch fehlt oft das Vertrauen in die Umsetzbarkeit.
Die Stromgewinnung aus Biomasse fristet in Mexiko noch ein Nischendasein. Im 1. Halbjahr 2015 wurden 0,2% der Elektrizität aus Zuckerrohrbagasse generiert (362,4 GWh), 0,1% stammten aus der Verstromung von Biogas (85,9 GWh). Die installierte Leistung betrug rund 208,4 MW bei Bagasse- und 62,1 MW bei Biogasanlagen. Laut Prognosen des mexikanischen Energieministeriums soll die Bioenergie im Zuge des allgemeinen Ausbaus erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren stark zulegen. Die Regierung hat sich beim Wandel hin zu erneuerbaren Energieträgern ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2024 sollen 35% des Stroms aus nicht-fossilen Quellen stammen, 2050 bereits 50%. Zudem verbessert die Liberalisierung des Strommarkts im Rahmen der Energiereform die Absatzmöglichkeiten von Stromerzeugern.


