China wird dieses Jahr rund 3,5 Milliarden Euro in Tschechien investieren, bis 2020 soll das Investitionsvolumen etwa 11 Milliarden Euro betragen. Dies teilte nach Abschluss des dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping die Präsidentenkanzlei am Mittwoch in Prag mit. Memoranden über wirtschaftliche Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen unterzeichneten von tschechischer Seite unter anderem die Unternehmen Škoda Auto, ČEZ, die Finanzgruppe J&T, die Tschechische Exportbank und die Tschechische Aeroholding. Insgesamt wurden 30 Abkommen in unterschiedlichen Bereichen abgeschlossen.
Die Ausweitung der tschechisch-chinesischen Wirtschaftskooperation und die Ankündigung neuer chinesischer Investitionen könnten laut Beobachtern zu einem Ausgleich der gegenseitigen Handelsbilanz sowie einer Verbesserung der Handelsbeziehung und des tschechischen Exports nach China führen. „Wenn man die in diesem Jahr angekündigten Investitionen hinzurechnet, dann steigt das Gesamtvolumen auf 100 Milliarden Kronen und der Anteil Chinas am Gesamtvolumen ausländischer Investitionen beträgt dann 3,5 Prozent. Somit wären die chinesischen Investitionen in Tschechien mit denen von Belgien oder Zypern vergleichbar“, so David Marek, Chefökonom beim Beratungsunternehmen Deloitte.
Chinas Staatspräsident Xi Jinping war am Ostermontag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Tschechien eingetroffen, und kam unter anderem mit seinem Amtskollegen Miloš Zeman und Premierminister Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) zusammen. Der chinesische Staatsbesuch wurde bereits im Vorfeld von Protesten begleitet. Kritiker werfen der Regierung „prinzipienlose Servilität und Unterwürfigkeit“ gegenüber dem chinesischen Regime vor. Der ehemalige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg (TOP 09) sprach im Zusammenhang mit dem pompösen Empfang des chinesischen Präsidenten wörtlich von einer „Arschkriecherei“, die er so noch nie gesehen habe: Bei mehreren Demonstrationen von China-Kritikern kam es zu Auseinandersetzungen mit zumeist chinesischen Peking-Unterstützern.


