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Kanada

Der Westen des Landes bietet gute Voraussetzungen für Bioenergie


 

Provinz British Columbia will Nutzung stärker fördern / Ausrüstung und Know-how gefragt

Die waldreiche westkanadische Provinz British Columbia möchte die Energieerzeugung aus Biomasse und -gas weiter ausbauen. Bis 2020 sollen zehn kommunale Biomasseanlagen in Betrieb genommen werden, so die Pläne der Regierung. Zudem befinden sich etwa 40 Fernwärmeanlagen in Planung. Die Papierindustrie soll durch Kraft-Wärme-Kopplung ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Ausrüstungen aus dem Ausland und Projekterfahrungen sind gefragt.

Die Provinz British Columbia ist in Kanada führend bei der Nutzung von Bioenergie und dürfte ihre Position in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Etwa die Hälfte der im Land installierten Leistung von 1.700 MW befindet sich in der Provinz. Der Anteil am Energiemix ist dort mit 6% etwa vier Mal so hoch wie im Landesdurchschnitt. Bis 2015 sollen sich die kanadischen Bioenergiekapazitäten auf 3.400 MW verdoppeln. Der Großteil davon dürfte in British Columbia ans Netz gehen.

Die Provinzregierung hat sich in ihrer 2007 verabschiedeten "BC Bioenergy Strategy" unter anderem zum Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens zehn kommunale Biomasseanlagen zu bauen. Zudem soll künftig mehr als 50% des benötigten Biokraftstoffs lokal produziert werden. Um den Ausbau voranzutreiben, müssen sich allerdings die Rahmenbedingungen für Investoren und Projektentwickler verbessern, so die Einschätzung von Branchenvertretern.

Denn anders als in der Provinz Ontario gibt es in British Columbia keine Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien. Angesichts der niedrigen Preise für Strom aus Wasserkraft und Erdgas ist der Druck auf die Entwickler von Bioenergieprojekten hinsichtlich der Bankfähigkeit ihrer Vorhaben groß. Die Projektierer sind daher sehr stark an modernen Technologien mit einem hohen Wirkungsgrad interessiert, um auf diesem Weg die Rentabilität ihrer Anlagen zu maximieren.

Um der Branche den Zugang zu den neuesten Technologien zu ermöglichen, fördert die Provinzregierung über das BC Bioenergy Network. Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Biomasse und -gas. Bislang wurden gut zwei Dutzend Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von knapp 80 Mio CAD (63 Mio EUR) kofinanziert, wobei drei Viertel der Gelder aus Mitteln von privaten und anderen staatlichen Projektpartnern stammen.

Mit dem Ausbau der Bioenergie möchte die Regierung ihrem Ziel, den CO2-Ausstoß der Provinz bis 2020 um 33% gegenüber dem Stand von 2007 zu senken, näher kommen. In diesem Zusammenhang hat British Columbia als erste Region in Nordamerika eine CO2-Steuer in Höhe von derzeit 30 CAD pro t CO2 eingeführt. Darüber hinaus soll Bioenergie zu einer der Schlüsselbranchen der Provinz entwickelt werden, um der schwächelnden Forstwirtschaft und der Papierindustrie neuen Schwung zu verleihen.

Kontaktanschriften:

BC Bioenergy Network

Ansprechpartnerin: Sandy Ferguson

Tel: 001/604/8 91 12 60

E-Mail: sandy.ferguson@bcbioenergy.ca

Internet: www.bcbioenergy.ca

Quelle: NfA 26.09.12