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Kroatien

Die Meinungen bleiben kritisch trotz optimistischerer Grundstimmung: Forderung nach wettbewerbsfähigen Investitionsbedingungen, positivere Einschätzung der Geschäftslage


Wirtschaftsumfrage 2013 der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer

Zagreb, den 13.03.2013 - "In der diesjährigen Wirtschaftsumfrage unter den Mitgliedern der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer dominiert eine z.T. sehr kritische Einschätzung zur gegenwärtigen Wirtschaftslage und zu den Faktoren, die für die Qualität des Investitionsstandorts Kroatien bestimmend sind. Insbesondere bei den Geschäftsaussichten für das laufende Jahr ist aber wieder mehr Optimismus spürbar. Viel Kritik und zugleich große Erwartungen sind an eine investitionsfördernde Wirtschaftspolitik geknüpft." So lautet das Fazit von Dr. Dino Dogan, Präsident der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer, bei der Präsentation der Ergebnisse der diesjährigen Wirtschaftsumfrage im Rahmen des Deutsch-kroatischen Wirtschaftsforums am 12. März 2013 aus Anlass des Kroatien-Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler.

Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer bewerten die gegenwärtige Geschäftslage ihres Unternehmens als befriedigend und über ein Viertel sogar als gut. "Bei den Einschätzungen der Aussichten für die eigene Geschäftslage macht sich gegenüber dem Vorjahr wieder leichter Optimismus bemerkbar. So erwarten 39 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage - 2012 waren es nur 28 Prozent. Statt wie im Vorjahr 13 Prozent rechnen 2013 nur noch 7 Prozent der Unternehmen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage ihres Unternehmens," erklärte Dr. Dogan. Auch die Entwicklung der Situation in den jeweiligen Branchen wird von den Unternehmen positiver bewertet als noch im Vorjahr. Erfreuliche Nachrichten kommen aus dem Bereich Beschäftigung. 63 Prozent der an der Umfrage teilgenommen Unternehmen erklärt, die Zahl ihrer Beschäftigten in 2013 nicht ändern zu wollen - im Vorjahr lag dieser Anteil bei 52 Prozent. Ein Fünftel der Umfrageteilnehmer rechnet mit steigenden Zahlen ihrer Beschäftigten in 2013.

Allerdings hat sich die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Kroatien gegenüber dem Vorjahr weiter verschlechtert: So bewerten 84 Prozent der Umfrageteilnehmer die gegenwärtige Wirtschaftslage nach wie vor als schlecht (2012: 80 Prozent). Über die Hälfte der an der Umfrage beteiligten deutschen und kroatischen Unternehmen geht davon aus, dass sich daran auch im Verlauf des Jahres 2013 nichts ändern wird.

Als Vorteile des Wirtschafts- und Investitionsstandorts Kroatien werden wie in den Vorjahren die günstige geografische und strategische Lage, qualifizierte, engagierte und motivierte Mitarbeiter mit teils sehr guten Sprachkenntnissen, die gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Häfen, Telekommunikation), noch nicht genutzte wirtschaftliche Entwicklungspotenziale und natürliche Ressourcen, die baldige EU-Mitgliedschaft und politische Stabilität genannt.

In der diesjährigen Wirtschaftsumfrage sehen die Umfrageteilnehmer dringenden Handlungsbedarf bei der Durchführung von Strukturreformen auf staatlicher Ebene und der Verbesserung des Investitionsklimas, der Steigerung der Effizienz der öffentlichen Verwaltung, der Verbesserung des Rechtssystems und der Steigerung der Rechtssicherheit sowie der Durchführung von Steuerreformen. Vor allem die kroatische Wirtschafts- und Investitionspolitik steht in der Kritik der Umfrageteilnehmer. Dazu hob Dr. Dogan hervor: "Es wird dringend die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Kroatiens gefordert. Dazu sollen Investitions-fördermaßnahmen bzw. Anreize für Investoren geschaffen werden, z.B. durch angepasste Steuerbegünstigungen. Es gibt in Kroatien bereits eine Reihe deutscher Investitionen, die als gutes Beispiel dienen können. Darunter sind mittelständische Unternehmen, die mit einer ständig wachsenden Mitarbeiterzahl Produkte ausschließlich oder überwiegend für den Weltmarkt herstellen. Die Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer bemüht sich mithilfe ihres Netzwerks aus Partnern in Kroatien und in Deutschland sehr, die Zahl positiver Beispiele deutscher Investitionen in Kroatien zu steigern. Zudem haben wir als bilaterale Kammer die Möglichkeit, auch am Standort Deutschland interessierte kroatische Unternehmen zielgerichtet zu unterstützen. Vom baldigen EU-Beitritt erwarten wir eine zusätzliche Dynamik."

Quelle: Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer