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Russland

Digitalisierung soll Russlands Wirtschaft modernisieren


Moskau (GTAI) - Russland treibt die Digitalisierung voran. Das Land verfügt über internetaffine Einwohner, gut ausgebildete Softwareentwickler und Europas größten E-Commerce-Markt. Doch beim Thema Industrie 4.0 hinkt Russland etwa fünf Jahre hinter den USA her. Mit der Digitalisierungsoffensive will der Kreml die heimische Wirtschaft und Gesellschaft in die digitale Zukunft führen. Deutsche Unternehmen sind als Partner für digitale Lösungen gern gesehen.

Präsident Wladimir Putin vergleicht die Digitalisierung mit der Elektrifizierung der Sowjetunion ein Jahrhundert zuvor. Aktuell trägt die Digitalwirtschaft etwa 4 Prozent zum russischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, hat die Unternehmensberatung McKinsey errechnet. Und die Branche wächst dynamisch. Bereits 2021 könnte ihr Anteil am BIP auf 4,7 Prozent steigen.

Das Potenzial und der Nachholbedarf in Russland sind gewaltig. Im Rahmen der staatlichen Initiative "Digitale Wirtschaft", die am 28. Juli 2017 startete, werden bis 2024 jährlich etwa 1,4 Milliarden Euro in die Einführung digitaler Technologien fließen. Für 2018 und 2019 stehen sogar 7,4 Milliarden Euro bereit. Sieben Teilprogramme beschäftigen sich mit den Themen digitale Infrastruktur (6,3 Milliarden Euro), Forschung und Entwicklung (72,5 Millionen Euro), IT-Sicherheit (51 Millionen Euro), Gesetzgebung (4,1 Millionen Euro), Ausbildung von Fachkräften, Smart Cities und digitale Gesundheitswirtschaft.

Deutschland ist als Partner bei der Digitalisierung der russischen Wirtschaft willkommen. Unternehmen wie Siemens, Bosch und SAP haben sich mit russischen Firmen und dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft, der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sowie dem Russischen Verband für Industrielle und Unternehmer (RSPP) zur German Russian Initiative for Digitalization (GRID) zusammengeschlossen. In einem Vorführzentrum und mittels einer Roadshow erhalten russische Unternehmen Einblick in Industrie 4.0-Lösungen der deutschen Wirtschaft.

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Quelle: GTAI