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Mexiko

Direktinvestitionen in Mexiko ziehen wieder an


Attraktiv durch großen Binnenmarkt und Nähe zu den USA / Deutsche Unternehmen stark vertreten / Von Peter Buerstedde

Mexiko-Stadt (gtai) - Rund 24 Mrd. US$ Direktinvestitionen dürften Analysten zufolge 2011 nach Mexiko fließen. Die Investoren aus dem Ausland setzen auf kaufkräftige Konsumenten, die Nähe zum US-Markt, ein niedriges Lohnniveau bei einfachen Arbeitern und gut ausgebildete Führungskräfte. Auch deutsche Unternehmen sind stark vertreten. Sie nutzen den Standort, um den nordamerikanischen Raum zu erschließen und Währungsrisiken zu minimieren.Mexiko ist nicht nur als Exportstandort interessant, sondern verfügt auch über einen großen Binnenmarkt. Unter den 112 Mio. Mexikanern finden sich je nach Produkt 20 bis 50 Mio. kaufkräftige Kunden. Damit bietet das Land deutschen Unternehmen attraktivere Absatzchancen als mancher europäischer Nachbar. Eine hohe Zahl an Großverdienern macht den Markt für Luxusgüter und Oberklasse-Pkw interessant.Mit Zuflüssen in Höhe von 19 bis 20 Mrd. US$ blieb der Mitgliedsstaat des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta Schätzungen der Unctad zufolge 2010 noch hinter allen BRIC-Ländern zurück. Beobachter erwarten jedoch, dass Mexiko schon 2011 wieder die guten Ergebnisse der Vorkrisenjahre erreichen wird.
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Direktinvestitionen in BRIC-Länder und Mexiko (Zuflüsse in Mrd. US$)
Land Ausländische Direktinvestitionen 2010
China (VR) 101,0
Russland 39,7
Brasilien 30,2
Indien 23,7
Mexiko 19,0
Quelle: Unctad-Schätzungen
Wichtigstes Argument für Mexiko als Exportstandort bleibt die Nähe zu den USA, dem größten Konsumgütermarkt der Welt. Auch US-amerikanische und kanadische Unternehmen schätzen die niedrigen Kosten für Fabrikarbeiter. Die Löhne liegen 25 bis 30% unter US- oder europäischem Niveau. Dagegen sind die Gehälter im oberen und mittleren Management und für technisch Qualifizierte nur geringfügig niedriger.Für europäische Unternehmen bietet sich eine Produktion in Mexiko an, wenn sie im Nordamerika-Geschäft Währungsrisiken minimieren möchten. Der Wechselkurs des mexikanischen Peso ist gegenüber dem US-Dollar recht stabil. Ein Argument, das in den vergangenen Jahren angesichts der Turbulenzen zwischen US-Dollar und Euro wichtiger geworden ist. Die Ursprungsregelungen des Nafta-Raum lassen darüber hinaus vielen deutschen Unternehmen keine andere Wahl, als nach Standorten in Nordamerika zu suchen. So hat Volkswagen viele Zulieferer nach Mexiko geholt.Deutschland dürfte nach den USA das zweitwichtigste Herkunftsland ausländischer Investitionen in Mexiko sein. Zwar liegt es der Zentralbank zufolge unter den Investorenländern (gemessen an den akkumulierten Zuflüssen seit 2004) nur an sechster Stelle. Der tatsächliche Betrag deutscher Investitionen dürfte jedoch weit höher sein. Dies liegt vor allem daran, dass deutsche Firmen ihre Kapitalströme vielfach über andere Länder leiten.So bieten etwa die Niederlande günstigere Bedingungen für Finanztransfers als Deutschland. Trotz der Übernahme der Bier-Aktivitäten der mexikanischen Firma Femsa durch Heineken 2010 dürfte ein Großteil der niederländischen Auslandsinvestitionen in Mexiko auf deutsche Unternehmen zurückgehen. In vielen Fällen treten aber auch US- oder kanadische Tochterunternehmen deutscher Konzerne als Investoren in Erscheinung.Die USA sind aufgrund der Fülle von Lohnveredelungsbetrieben, wegen der großen Kfz-Hersteller sowie einer starken Position im Einzelhandel (Walmart) und bei Konsumgütern mit Abstand der stärkste Investor in Mexiko. Deutschland dürfte angesichts seiner starken Präsenz in der Kfz- und Kfz-Teile-Produktion sowie im Chemiesektor an zweiter Position stehen. Spanien ist stark im Bankensektor und im Tourismus, Kanada im Bergbau.Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (Camexa) in Mexiko-Stadt, Giselher Foeth, schätzt den Investitionsbestand aus Deutschland auf etwa 25 Mrd. US$ und die Anzahl der Unternehmen auf rund 1.000. .....weiterlesen

Quelle: gtai