direkte Bereichesauswahl

Russland

EBWE: Russland könnten Devisenreserven ausgehen


Sollte die globale Finanzkrise auch im Jahr 2011 noch anhalten, dann befürchtet der Präsident der Osteuropabank, dass die Devisenreserven des russischen Staats aufgebraucht werden. "Es hängt davon ab, wie lange die Krise anhält. Sollte sie länger als 2009 und 2010 andauern, dann könnten die Reserven erschöpft sein", sagte Thomas Mirow am Mittwoch bei einer Konferenz. Durch den rapiden Verfall des Ölpreises und den Abzug von Kapital aus Russland war der Rubel unter starken Druck geraten. Die Notenbank hatte anfangs versucht, sich der Abwertung entgegenzustemmen, dabei jedoch einen beträchtlichen Teil der Devisenreserven verbrannt.

Die Ratingagentur Fitch hat wegen starker Kapitalabflüsse und des deutlichen Ölpreisrückgangs die Bonitätsnoten Russlands gesenkt. Das langfristige Emittentenausfallrating in Fremd- und Lokalwährungen sinkt auf "BBB" von zuvor "BBB+", wie die Ratingagentur mitteilte. Das kurzfristige Fremdwährungsrating wurde von "F2" auf "F3" zurückgenommen. Der Ausblick für die langfristige Bonitätsbewertung sei weiterhin "negativ".

Die Herabstufung reflektiere auch die negativen Auswirkungen des Ölpreisrückgangs auf die russische Wirtschaft, erklärte Fitch Ratings. Außerdem hätten die Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten dazu geführt, dass die Banken und Unternehmen des Landes Probleme bei der Refinanzierung ihrer Schulden hätten.

"Das Ausmaß der Kapitalabflüsse und das Tempo des Rückgangs bei den russischen Devisenreserven hat den Staatshaushalt beträchtlich geschwächt", begründete Fitch-Analyst Edward Parker die Herabstufung.

Quelle: DowJones/NfA/5.2.2009