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Kosovo

Einige Lichtlein am Ende des Tunnel


Einige Lichtlein am Ende des Tunnel

 

  • Regierung nach wie vor größter Investor
  • Landwirtschaftssektor soll gefördert werden
  • Erwartete Integration des nördlichen Hinterlands
  • Fragwürdige Unabhängigkeit des neuen Zentralbank-Gouverneurs

 

Auch wenn es sich um das Land mit dem in zwei aufeinanderfolgenden Jahren

höchsten BIP-Wachstum in der Region handelt (3%), besteht kein Grund zur Zufriedenheit

mit der Entwicklung. Positiv zu vermerken ist ein stabiler Finanzsektor

mit einem gesunden Vertrauen in die Banken, wie sich in der soliden Einlagensituation

zeigt, bei etwas geringerem Kreditwachstum und einer gewissen Zunahme

notleidender Kredite, die aber noch immer den niedrigsten Anteil in der gesamten

Region einnehmen. Die ausländischen Direktinvestitionen sollen aufgrund staatlicher

Investitionen in Infrastrukturprojekte (Fertigstellung der Autobahn nach Serbien

und Beginn des Autobahnbaus nach Mazedonien) im Jahr 2013 wachsen. Das

Mazedonien-Projekt ist aufgrund fiskalischer Einschränkungen und der damit zusammenhängenden,

vom IWF vorgegebenen Bedingungen nur nach erfolgreicher

Privatisierung von 75 % des staatlichen Telekom-Anbieters machbar. Die Regierung

wird den Bau eines neuen Braunkohle-Kraftwerks im Jahr 2013 forcieren,

nachdem alle relevanten Umweltfragen bearbeitet wurden. Nach wie vor gibt es

keine Anzeichen für Veränderungen in der Schwerindustrie oder allgemein im Produktionssektor,

der hinter dem Handelssektor eine nur marginale Rolle einnimmt.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, USAID, und auch die

Regierung haben einige Anreize für landwirtschaftliche Aktivitäten gesetzt.

Die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen dem Kosovo und Serbien werden

wahrscheinlich zu einer Integrierung des nördlichen Hinterlands in die Struktur

der kosovoarischen Zentralregierung führen, woraus beträchtliche Investitionen

in diese Region, die seit dem Ende des Kosovo-Konflikts vernachlässigt wurde,

resultieren werden. Die Wahl des neuen Gouverneurs der Zentralbank des Kosovo,

Bedri Hamza (des ehemaligen Finanzministers), durch das Parlament hat in

der Zivilgesellschaft angesichts dessen jüngster politischer Vergangenheit und der

Frage seiner Unabhängigkeit gegenüber der Zentralregierung scharfe Reaktionen

ausgelöst.

Quelle: Raiffeisen Reserach