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Japan

Expatriate versus Local


Eine aktuelle Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) beleuchtet die Vor- und Nachteile von Entsandtkräften in japanischen Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen.


Tokio, 16.5.  Viervon fünf deutschen Unternehmen beschäftigen Expatriates in Japan.Aufgrund der hohen Kosten, die Entsandtkräfte verursachen, stellt sich für deutsche Unternehmen immer wieder die Frage nach den Vor- und Nachteilen eines Expatriates im Vergleich zu einer lokal angestellten Führungskraft.


Jedesdeutsche Unternehmen in Japan steht bei der Auswahl desGeschäftsführers der japanischen Niederlassung vor der Entscheidung, obes Manager aus dem Mutterhaus entsendet oder japanische Führungskrafteeinsetzt. "Welche Kompetenzen in den obersten Führungsetagen einerdeutschen Japanniederlassung zum Tragen kommen, kann für Erfolg oderMisserfolg des Japangeschäfts entscheidend sein," fasst MarcusSchürmann, stellvertretender Delegierter der Deutschen Wirtschaft inJapan, die Bedeutung der Fragestellung zusammen.


Die Ergebnisse der jetzt von der DIHKJ veröffentlichten Studiebelegen, dass sich Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen zu einemgroßen Teil auf Expatriates in Führungspositionen stützen. Rund 81% derStammhäuser beschäftigen mindestens einen ihrer Mitarbeiter alsEntsandtkraft in einer der beiden oberen Führungsebenen vor Ort inJapan.


Die Anzahl der Expatriates hat bei 15% der Unternehmen zugenommen. "Von einem Trend hin zu einer stärkeren Lokalisierung des Führungspersonalskann nicht gesprochen werden", sagt Prof. Werner Pascha von derUniversität Duisburg-Essen, der für die Studie mitverantwortlichzeichnet.


DiePersonalkosten eines aus Deutschland Entsandten liegen bis zu doppeltso hoch wie die seines japanischen Kollegen. Die höheren Ausgabenallerdings sind für die befragten deutschen und japanischen Führungskräfte insgesamt kein Argument, das gegen den Einsatz von Expatriates.


NachAnsicht von mehr als der Hälfte der Befragten sollte eine Entsendungfür mindestens zwei Jahre eingeplant werden. Dieser Zeitraum sei nötig,um in der neuen Umgebung effizient zu funktionieren. Der Zeitraum der Entsendung reicht bei den meisten Unternehmen meist deutlich über zwei Jahre hinaus.


Bei der Auswahl des Geschäftsführers greifen 45% aller deutschen Unternehmen in Japan auf deutsche Manager zurück. WichtigeEigenschaften von Expatriates sind laut Umfrage Durchsetzungsfähigkeitund Anpassungsfähigkeit und neben grundsätzlichen Managementfähigkeitenaußerdem eine nachgewiesene interkulturelle, nicht aber zwingend aufJapan bezogene Kompetenz. Bei den Einsatzgründen dominierenKoordinationsaufgaben mit dem Stammhaus und die Informationsrückführungaus der Niederlassung in Japan.


40% der deutschen Japan-Niederlassungen werden von japanischen Geschäftsführern geleitet. Für japanische Führungskräfte sprechen ihr kulturelles Hintergrundwissen, das Verständnis der wirtschaftlichen Strukturen und die Einbindung in lokale Netzwerke. Hier haben Expatriates oft große Nachteile.


Bereitslängere Zeit in Japan lebende Deutsche können eine gute Alternative beider Auswahl der Führungskraft sein. "Traveling Executives", d.h.Führungskräfte, die die Niederlassung immer nur kurzzeitig ausDeutschland besuchen, bilden hingegen für die Mehrzahl der Befragtennur eine Ergänzung, sind aber kein vollständiger Ersatz für örtliche Leitungsstrukturen.


Die Ergebnisse der Studie können von der Webseite der DIHKJ kostenlos heruntergeladen werden:


http://japan.ahk.de


Hintergrund der Studie


Die Studie der DIHKJ wurde in Zusammenarbeit mit der Kobe Universität und der Universität Duisburg-Essen durchgeführt. Sie basiert auf einer Interview-Vorstudie sowie auf einer darauf aufbauenden web-basierten Umfrage, die an 451 deutsche Unternehmen in Japan verschickt wurde. 121 auswertbare Fragebogen konnten in der Auswertung berücksichtigt werden, was einer repräsentativen Rücklaufquote von 26,8% entspricht.


 


Die DeutscheIndustrie- und Handelskammer in Japan begleitet unter der Servicemarke"DEinternational" vorwiegend mittelständische Unternehmen bei ihremMarkteintritt in Japan, berät sie bei Veränderungsprozessen und beiFragen zum Personalmanagement.


KONTAKT


DEinternational


Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ)


Marcus Schürmann


Stellv. Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Japan


Tel.:           +81(0)3 5276 8724


Email:        mschuermann@dihkj.or.jp


Internet:     http://japan.ahk.de


Letzte Änderung: 04.06.2007 durch Marion Wiegmann