Land in internationalen Digital-Rankings nur Mittelmaß / Von Florian Steinmeyer (Februar 2019)
Mexiko-Stadt (GTAI) - Mexiko verfügt sowohl über eine Digitalisierungs- als auch eine KI-Strategie, an der Umsetzung hapert es aber. In einigen Digitalbranchen sind mexikanische Firmen sehr stark.
Digitalisierungsstrategie
Die Digitalisierung Mexikos war eines der Hauptziele der vergangenen Regierung, die bis zum 1. Dezember 2018 amtierte. Der damalige Präsident Enrique Peña Nieto legte im November 2013 die Nationale Digitalisierungsstrategie (Estrategia Digital Nacional de Digitalización) auf. Darin ging es um fünf Hauptziele: Digitalisierung von öffentlicher Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildung und Wirtschaft sowie Bürgerbeteiligung. Verschiedene Maßnahmen wie der Aufbau des Mobilfunknetzes Red Compartida sollen die Umsetzung unterstützen.
Mitte Mai 2018 gab die Strategiekoordinatorin Yolanda Martínez bekannt, dass 94 Prozent der Digitalisierungsstrategie umgesetzt seien. Kritiker geben zu bedenken, dass die ausgegebenen Ziele nicht den tatsächlichen Digitalisierungsgrad Mexikos messen, sondern nur wiedergeben, ob die Regierung bestimmte, von ihr aufgelegte Programme durchgeführt habe. Für einen tatsächlichen Fortschritt sei es notwendig, die Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen zu verbessern, so Judith Magistral, Forscherin am Wirtschaftsinstitut CIDE. Sie schlägt vor, eine Digitalisierungsagentur aufzubauen, welche die Maßnahmen koordiniert.
Die Position Mexikos in verschiedenen Rankings scheint eher den Kritikern Recht zu geben. Im World Competitiveness Report 2018 belegt Mexiko bei der IKT-"Adoption" unter 140 Ländern den 76. Rang. Auch in anderen Untersuchungen wie dem Enabling Digitalization Index von Euler Hermes oder dem Digital Competitiveness Ranking des IMD World Competitiveness Center erhält das Land bestenfalls mittelmäßige Platzierungen.
Die neue Regierung unter Andrés Manuel López Obrador (AMLO) hat bislang keine Pläne für eine ähnlich umfassende Digitalstrategie wie die Vorgängeradministration aufgelegt. Das konkreteste Vorhaben AMLOs ist eine Internetoffensive für ländliche Gebiete. Laut dem Statistikamt Inegi verfügen 33 Prozent der Bevölkerung und somit etwa 41 Millionen Personen weder über eine feste noch über eine mobile Internetverbindung. Dies betrifft vor allem ländliche Gebiete, in denen es für die großen Internetanbieter Telmex, Telefónica und AT&T unattraktiv ist, Leitungen und Sendemasten zu bauen.
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