Mangelnde Innovationsstärke gehört zu den zentralen Erklärungen für die derzeitige Schwäche der französischen Wirtschaft. In der Tat stagniert der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit rund 15 Jahren, während er in Deutschland deutlich angehoben werden konnte. Mit einem breiten Maßnahmenbündel fördert die Regierung in Paris Investitionen in innovativen Bereichen. Die Erfolge sind bisher vergleichsweise gering und konzentriert auf wenige Felder. ...
... In absoluten Zahlen besitzt Frankreich in Europa das zweitgrößte Innovations-System nach Deutschland mit einem Anteil von circa 5% an den F&E-Ausgaben, den Patenten und wissenschaftlichen Publikationen in den OECD-Ländern, wie die Organisation in ihrem Science, Technology and Industry Outlook 2012 feststellt. Allerdings wird betont, dass der Anteil der Unternehmen an den F&E-Ausgaben mit 1,38% am BIP relativ gering sei, diese sich nur wenig an der Finanzierung von öffentlicher Forschung beteiligen und sich die F&E-Aktivitäten zudem im mittleren Technologiebereich konzentrieren. ...
... Auf organisatorischer Ebene drückt sich die zusätzliche Anstrengung in der Schaffung einer Forschungsfinanzierungsagentur (Agence Nationale de la Recherche, ANR) im Jahr 2005 aus. Für Unternehmen stehen Finanzhilfen auf zwei wesentlichen Wegen zur Verfügung. Zum einen sind als indirekte Finanzierung Steuergutschriften für F&E-Ausgaben vorgesehen (crédit d'impôt recherche, CIR). Zum Anderen gewähren die öffentliche Fördereinrichtung Oséo und die ANR direkte Finanzhilfen. Der Anteil der indirekten Hilfen an Unternehmen hat sich laut OECD zwischen 2005 und 2010 von etwa einem Drittel auf rund zwei Drittel der öffentlichen Forschungsförderung erhöht. ...
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