Beobachter sehen größte Streitpunkte bei Kfz und Stahl / Firmen wollen in den USA kräftig investieren / Von Alexander Hirschle
Seoul (GTAI) - Die USA haben Mitte Juli 2017 formal die Revision des Freihandelsabkommens (FHA) mit Südkorea angekündigt. Die Entscheidung kam nicht überraschend, da von amerikanischer Seite im Vorfeld mehrfach die vermeintlichen Nachteile des Korus-Abkommens angeprangert worden waren. Allerdings konnten die USA bei einigen Produkten auch Lieferzuwächse verzeichnen. Südkoreanische Firmen wie Samsung, LG und Hyundai wollen in den kommenden Jahren Milliardensummen in den USA investieren.
In den kommenden Monaten sollen neue bilaterale Verhandlungen über die Neugestaltung des im März 2012 in Kraft getretenen FHA Korus (Korea-USA) stattfinden. Vor allem das seit 2011 fast verdoppelte Handelsbilanzdefizit aus Sicht der USA stand dabei im Zentrum der amerikanischen Kritik. Beobachter gehen davon aus, dass sich die größten Streitpunkte in den Sektoren Kfz und Stahl abzeichnen werden.
Für Südkorea sind die USA ein enorm wichtiger Absatzmarkt: Sie liegen hinter China auf Rang zwei des südkoreanischen Exportrankings. Im Jahr 2016 flossen Waren im Wert von 66,5 Milliarden US-Dollar über den Pazifik, entsprechend knapp 14 Prozent aller südkoreanischen Ausfuhren. Im Gegenzug importierte Südkorea Produkte im Wert von 43,2 Milliarden US$.
Seit Inkrafttreten des FHA Korus hat sich der Handelsbilanzüberschuss nach Zahlen des südkoreanischen Verbandes KITA (Korea International Trade Association) von 11,6 Milliarden US$ im Jahr 2011 auf 23,3 Milliarden US$ im Jahr 2016 um mehr als 100 Prozent erhöht. Die Exporte Südkoreas in die USA sind seit 2011 um 18,2 Prozent gestiegen, die Importe hingegen um 3,0 Prozent gesunken.


