Weniger von Haushaltseinschnitten betroffen als andere Bereiche
Von Peter Buerstedde
Bonn (GTAI) - Lateinamerika nimmt nur 4% der deutschen Medizintechnikexporte ab, die Gesundheitsausgaben und Einfuhren von Medizintechnik sind dort in den letzten Jahren aber kräftig gestiegen. Der Einbruch bei den Rohstoffpreisen hat die Regierungen vielfach zu Haushaltseinschnitten gezwungen. Der Gesundheitssektor wurde zwar weitgehend verschont, aber der Druck steigt, den Kostenanstieg durch Spar- und Effizienzmaßnahmen zu dämpfen.
Weltweit sind die Gesundheitsausgaben zwischen 2000 und 2013 um 7,2% pro Jahr gestiegen, in Lateinamerika um 9,6%. Dies geht vor allem auf die Ausweitung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge auf zuvor unterversorgte Bevölkerungsgruppen zurück sowie auf eine wachsende, kaufkräftige Mittelschicht, die bessere Gesundheitsdienstleistungen nachfragt. Rasant gewachsen sind auch die Importe von Medizintechnik. Die Produktion von Medizintechnik ist in der Region nur schwach entwickelt, und der Großteil des Bedarfs wird importiert. In den zehn Jahren bis 2015 sind die Einfuhren im Durchschnitt zweistellig pro Jahr gestiegen, so in Brasilien (12,3%), Kolumbien (12,5%), Chile (12,0%), Argentinien (14,0%) und Peru (15,0%).


