Griechenland
Griechenland verlässt den Eurorettungsschirm
Am 20.08.2018 lief das dritte Kreditprogramm des Eurorettungsschirms ESM für Griechenland aus.Nach 8 Jahren muss sich das Land nun wieder selbst auf den internationalen Kapitalmärkten finanzieren. Jedoch steht Griechenland weiter unter verstärkter Beobachtung durch die bisherigen Kreditgeber, um das mediterrane Land vor einer erneuten Krise zu bewahren.Die griechische Regierung sieht die Wirtschafts- und Finanzkrise als überwunden an. Dies ist aber eher die politische Sichtweise, da im nächsten Jahr Parlamentswahlen in Griechenland anstehen. Die breite Masse der Bevölkerung hat hier eine andere Sichtweise und es ist eine deutlich trübere Stimmung erkennbar. Die Bevölkerung musste schmerzhafte Gehalts- und Rentenkürzungen ertragen, was massive Einschränkungen des Lebensstandards bedeutete. Jeder fünfte Grieche ist arbeitslos. Mehr als ein Drittel der Angestellten im Privaten Sektor verdienen ca. 700 EUR p.M. netto. Viele junge Arbeitnehmer sind daher ausgewandert, um eine bessere Arbeitsstelle zu finden. Aber auch Unternehmen macht die Übersteuerung zu schaffen. Es ist ein Anstieg der Belastungen (inkl. Sozialabgaben) auf knapp 50,7 % zu erkennen.Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen im Bereich des Warenexports. Laut Eurostat sind die griechischen Warenexporte in den Krisenjahren zwischen 2010 bis 2017 um ein Drittel gestiegen.Der Wachstumsmotor Griechenlands ist der Tourismus. Dieser befeuert zur Zeit auch andere Branchen wie z.B. den Kfz-Markt (hier insbesondere die Autovermieter) und die Bauwirtschaft. Aber hier hängt die langfristige Entwicklung stark von der Verbesserung der Infrastruktur und der langfristigen Planung Griechenlands ab. Entscheidend wird aber auch die Lage in den Konkurrenzländern sein.Auch die Privatisierung der 14 regionalen Flughäfen, der Betriebsgesellschaften der Häfen von Piräus und Thessaloniki sowie der griechischen Bahn haben für millionenschwere Investitionen gesorgt.
Quelle: GTAI


