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Indonesien

Indonesien subventioniert Maschinenkäufe der Textilbranche


Modernisierung soll Wettbewerbsfähigkeit erhöhen / Lieferchancen für ausländische Hersteller 

Das indonesische Industrieministerium (Ministry of Industry) subventioniert im Rahmen eines Revitalisierungsprogramms Investitionen von Betrieben der Textil- und Schuhbranche zur Erneuerung ihrer veralteten Maschinen. 2011 stehen Subventionen für den Kauf von Maschinen im Wert von etwa 150 Mio. Euro bereit. Auch für deutsche Hersteller von Textil- und Ledermaschinen könnten sich in Verbindung mit dem Programm Liefermöglichkeiten ergeben. (Kontaktanschriften)

Die indonesische Regierung treibt die Modernisierung der Textil-, Schuh- und Lederindustrie voran. Im Rahmen der 2007 für die Textilbranche und 2009 für die Schuh- und Lederbranche gestarteten Revitalisierungsprogramme stellt das Industrieministerium 2011 Subventionen im Umfang von 177 Mrd. Indonesische Rupiah (circa 14,6 Mio. Euro; 1 Euro = 12.150 Rp) zur Verfügung. Es sollen Maschinenkäufe der Unternehmen mit einem Zuschuss von jeweils 10% des Kaufpreises gefördert werden. Die Mindestinvestitionssumme für die Inanspruchnahme von direkten Subventionen beträgt 500 Mio. Rp. Bei voller Ausschöpfung der Fördermittel würde dies eine Gesamtbeschaffung von neuen Maschinen im Wert von knapp 150 Mio. Euro ermöglichen.

Wie der für die verarbeitende Industrie zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Panggah Susanto, bei der Vorstellung des Programms in Jakarta erklärte, werden voraussichtlich 150 Textilbetriebe und 20 Schuhhersteller beziehungsweise Gerbereien von der staatlichen Förderung profitieren, indem sie ihre veralteten Ausrüstungen durch neue Maschinen ersetzen können. Mit der technologischen Erneuerung soll die Produktivität der Fertigung gesteigert und damit die internationale Konkurrenzfähigkeit der Betriebe erhöht werden. Eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit wird auch am lokalen Markt verlangt, wo zunehmend ausländische Hersteller, vor allem aus China und anderen asiatischen Billiglohnländern, ihre Produkte anbieten.

Der Anteil indonesischer Textilprodukte am globalen Textilmarkt wird nach Schätzungen des Ministeriums von derzeit 1,8% bis 2014 auf rund 2,5% ansteigen. Neben den Exporten ist der Inlandsabsatz ein nicht zu unterschätzender Umsatzfaktor, der zusehends an Bedeutung gewinnt. Nach den Worten von Susanto erhöhte sich der lokale Pro-Kopf-Verbrauch an Textilerzeugnissen von 3,9 kg im Jahr 1999 auf 4,5 kg 2005 und 5,3 kg 2008. Für 2011 wird mit einem weiteren Anstieg auf 6,5 kg gerechnet.

Nach den Daten des Industrieministeriums setzt Indonesiens Industrie 4 Mio. Spinnmaschinen, 200.000 Webmaschinen und 34.000 Strickmaschinen ein, die mehr als 20 Jahre alt sind und durch neue Maschinen ersetzt werden müssten. Im Jahr 2010 zahlte das Ministerium Subventionen von 144,4 Mrd. Rp an 151 Textilbetriebe aus. Bereitgestellt waren insgesamt 154,2 Mrd. Rp. Gleichzeitig wurden an 24 Schuh- und Lederbetriebe 18,3 Mrd. Rp ausgezahlt. Hier waren 24,5 Mrd. Rp zur Verfügung gestellt.

Die nur teilweise Inanspruchnahme der Mittel hängt nach den Worten des Präsidenten der Indonesian Textile Association (API), Ade Sudrajat, unter anderem damit zusammen, dass sich die Maschinenbestellungen bei einigen Firmen verzögert haben, so dass Anträge auf Förderung nicht rechtzeitig gestellt werden konnten. Grundsätzlich seien die Subventionen für die Modernisierung der Betriebe sehr hilfreich, zumal im Durchschnitt nur etwa 30% der Gesamtkosten bei der Beschaffung neuer Maschinen durch Bankkredite finanziert werden könnten.

Indonesien importiert Textilmaschinen aus der VR China, Japan, Taiwan und aus europäischen Ländern, wie Deutschland, Italien und die Schweiz. Nach Angaben des Verbandes des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) hatte Deutschland am indonesischen Gesamtimport von Textilmaschinen (ohne Trockner) im Jahr 2009 im Wert von 167 Mio. Euro einen Anteil von 11,7% und stand damit als Lieferland nach China (26,2%), Japan (19,1%) und Taiwan (12,8%) auf dem vierten Platz. Unter den europäischen Konkurrenten brachten es die Schweiz im genannten Jahr auf einen Lieferanteil von 6,3% und Italien auf 2,7%.

Kontaktanschriften:
Indonesian Textile Association
(Asosiasi Pertekstilan Indonesia - API)
Adi Graha Building, 16th Floor
Jl. Gatot Subroto Kav. 56
Jakarta 12950, Indonesien
Tel.: 006221/527 21 71; Fax: -527 21 66
E-Mail: secretariat@bpnapi.org Internet: www.indonesiatextile.com

Ministry of Industry (Kementerian Perindustrian)
Jalan Jend. Gatot Subroto, Kav. 52-53, 10th Floor,
Jakarta 12950, Indonesien
Tel.: 0062 21/525 21 94, 527 13 80, Fax: -525 21 86
E-Mail: pusdatin@kemenperin.go.id, Internet: www.kemenperin.go.id

Quelle: gtai