Jakarta (gtai) - Für eine erfolgreiche Beteiligung an den anstehenden großen Infrastrukturprojekten der indonesischen Regierung wollen lokale Bauunternehmen ihre Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern verstärken. Wegen ihrer begrenzten Finanzkraft und der teilweise unzureichenden technologischen Ausstattung können die einheimischen Baufirmen derzeit nur etwa 40% des gesamten Auftragswertes für die Bauindustrie auf sich vereinigen. Der Bausektor wuchs 2010 überdurchschnittlich stark.
Mit der Ausweitung der Bauaktivitäten wächst in Indonesien auch der Appetit der lokalen Unternehmen, ihren Anteil am lukrativen Kuchen der Auftragsvergaben zu erhöhen. Die Bauwirtschaft ist einer der wachstumsträchtigsten Sektoren des Landes. Bei einer realen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,1% im Jahr 2010 expandierte die Bauindustrie mit einem überdurchschnittlichen Tempo von 7,0%. Den Produktionswert der Branche beziffert die Statistikbehörde BPS in 2010 offiziell mit 661 Bill. Indonesische Rupiah (55,1 Mrd. Euro; 1 Euro = 12.000 Rp). Der tatsächliche Wert dürfte unter Hinzurechnung statistisch nicht erfasster Tätigkeiten mindestens 675 Bill. Rp erreichen.
Vor allem lokale Baufirmen streben für die kommenden Jahre eine stärkere Beteiligung an den vielfältigen Projekten zum Ausbau der öffentlichen Infrastruktur an. Nach den Worten des Ministers für öffentliche Arbeiten, Djoko Kirmanto, konnten diese 2010 nur 40% der gesamten Bauaufträge auf sich vereinen. Ausländische Kontraktoren, die zahlenmäßig nur 10% aller Baufirmen im Lande ausmachten, waren am gesamten Auftragswert zu 60% beteiligt. Zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition gegenüber internationalen Konkurrenten forderte der Minister die einheimischen Firmen dazu auf, sich zusammenzuschließen und Chancen der Kooperation mit ausländischen Unternehmen besser zu nutzen.
In der Tat haben lokale Vertragsunternehmen einen schweren Stand, wenn es um die Realisierung von Großprojekten mit hohem Technologie- und Finanzierungsbedarf geht. Gegenüber den am Markt gut etablierten ausländischen Bauriesen, wie Shimizu, Tokyo Construction, Doosam Heavy Industries and Construction und Hyundai Engineering and Construction, haben einheimische kaum Chancen, den Zuschlag zu erhalten - es sei denn, sie sind Teil eines Bieterkonsortiums, wo sie konventionelle Arbeiten übernehmen.
Die Indonesian National Contractors Association (Gapensi) will Partnerschaften mit ausländischen Bauunternehmen gezielt fördern. Allerdings kommen für solche Kooperationen in der Regel nur wenige indonesische Firmen in Frage, da etwa 90% der Unternehmen zu klein sind und nicht über ausreichende finanzielle sowie technische Kapazitäten verfügen. Ein 2010 erlassenes Dekret, das bei Aufträgen mit einem Wert von unter 100 Mrd. Rp eine Beteiligung lokaler Firmen vorschreibt, wird vom Verband als wenig hilfreich angesehen. Um die Chancen inländischer Firmen zu erhöhen, sollten nach den Vorstellungen von Gapensi-Präsident Soeharsojo vielmehr Großvorhaben in mehrere kleinere Teilprojekte aufgeteilt werden. Als Beispiel führt er das Öko-Tourismus-Vorhaben Umbul Tlatar im Wert von 1 Mrd. Rp in Boyolali an, das in sechs kleinere Projekte aufgeteilt worden sei und von sechs unterschiedlichen Kontraktoren durchgeführt werde.
Bei den einheimischen Unternehmen mangelt es jedoch nicht nur an neuen Technologien und Finanzkraft. Auch die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften ist begrenzt. Der Mangel an Fachkräften ist auch der Grund dafür, dass einem im Jahr 2006 erlassenen Ministerialdekret, das internationalen Kontraktoren im Lande den Einsatz von lokalen Experten und Ingenieuren vorschreibt, in der Praxis nur geringe Bedeutung zukommt. Die meisten lokalen Arbeitskräfte verfügen nicht über die dafür notwendigen internationalen Zertifikate.
Insbesondere bei international finanzierten Großprojekten haben die ausländischen Bauunternehmen eine weit bessere Verhandlungsposition als die lokalen Anbieter. Internationale Vertragsfirmen können unter Nutzung der niedrigen Lohnkosten in Indonesien für den großen Teil der Bauarbeiten auch mehr Mittel für hochbezahlte ausländische Experten bereitstellen, ohne ihre Gewinnmargen zu beeinträchtigen. Daraus ergeben sich zusätzliche Wettbewerbsvorteile.
Dennoch sieht der stellvertretende Abteilungsleiter für Infrastruktur und Logistik im Ministerium für Staatsunternehmen, Widayatin, für die öffentlichen Bauunternehmen angesichts der anstehenden zahlreichen Infrastrukturprojekte ein enormes Geschäftspotenzial. Für eine erfolgreiche Teilnahme an den Projekten müssten sie jedoch ihre Innovation und Kreativität erhöhen. Außerdem empfiehlt er den größeren und mittleren Unternehmen, durch den Kauf von erfolgreichen kleineren Firmen ihre Kapazität zu steigern. Auf diesem Wege könnten auch die Chancen für Partnerschaften mit internationalen Kontraktoren verbessert werden.
Große staatliche Baugesellschaften, wie PT Adhi Karya Tbk, profitieren bereits von Kooperationen mit dem Ausland. Das Unternehmen will 2011 unter Einbeziehung der aus 2010 stammenden Aufträge von 5,4 Bill. Rp Arbeiten im Gesamtwert von 17,9 Bill. Rp durchführen. Im Mittelpunkt stehen Projekte im Kraftwerksbereich sowie im Öl- und Gassektor. Außerdem ist es mit einem eigenen Betonbefestigungssystem im Autobahnbau tätig. Im Ausland ist PT Adhi Karya in den Philippinen sowie in Indien, Katar und Oman an Bauprojekten beteiligt. Auch andere große staatliche Baufirmen, wie PT Wijaya Karya (Wika), PT Hutama Karya und PT Pembangunan Perumahan, blicken zuversichtlich in die Zukunft. PT Wika, größter staatlicher Baukonzern, erwartet für 2011 Aufträge im Wert von rund 25 (2010: 21) Bill. Rp. PT Pembangunan Perumahan rechnet mit Projekten im Wert von rund 22 Bill. Rp.
Kontaktanschrift:
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(Gabungan Pelaksana Konstruksi Seluruh Indonesia - Gapensi)
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Tel.: 006221/788 47 247-48; Fax: -780 61 19
E-Mail: bppgapensi@link.net.id Internet: http://www.gapensi.org/


