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Indonesien

Indonesiens Wirtschaft registriert besseres Investitionsklima


Andrang ausländischer Investoren in 2010 / Standortdiversifizierung und höheres Rating

Indonesiens Wirtschaft gewinnt durch verbesserte makroökonomische Grunddaten und Verschiebungen der Produktionsstandorte im asiatischen Raum für internationale Investoren zunehmend an Attraktivität. Wenn auch die Defizite in Infrastruktur und Verwaltung kurzfristig nicht beseitigt werden können, macht das enorme Konsumpotenzial den knapp 240 Mio. Einwohner zählenden Inselstaat zu einem vielversprechenden Zukunftsmarkt mit zahlreichen Investitionschancen. (Kontaktanschrift)

Die Bedeutung Indonesiens für internationale Unternehmen wird in den bevorstehenden Jahren weiter steigen. Der aufstrebende Inselstaat, der mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von umgerechnet rund 720 Mrd. US$ im Jahr 2010 nicht nur den größten Markt Südostasiens darstellt, sondern sich auch unter den 20 größten Volkswirtschaften der Welt befindet, bietet zunehmend Chancen für vielfältige Investitionsengagements.

Das große Ressourcenpotenzial des Archipels und die damit zusammenhängenden Geschäftschancen sind internationalen Firmen schon seit langem bekannt. Doch profitiert Indonesien gegenwärtig zusätzlich von den Umwälzungen in der Weltwirtschaft, die für das Land in ihrer gesamten Auswirkung eine erhöhte makroökonomische Stabilität ermöglichen und somit die Grundlagen für beschleunigtes Wirtschaftswachstum und vermehrte Investitionen bilden.

Im Mittelpunkt stehen Projekte zum Ausbau der stark defizitären Infrastruktur. Hier sollen nach den Plänen der Regierung bis 2014 Vorhaben im Gesamtwert von 1.923,7 Bill. Indonesische Rupiah (rund 158 Mrd. Euro; 1 Euro = 12.150 Rp) verwirklicht werden, um ein reales BIP-Wachstum von 7 bis 8% zu gewährleisten. Von dieser Summe sollen etwa 30% durch die Zentralregierung aufgebracht werden. Die restliche Finanzierung soll über PPP-Vorhaben (Public-Private Partnership), Staatsunternehmen und regionale Verwaltungen erfolgen. Das derzeit in parlamentarischer Beratung befindliche Landerwerbsgesetz (Land Acquisition Bill), das der Regierung eine flexiblere Handhabung bei notwendigen Landenteignungen im Zusammenhang mit wichtigen Infrastrukturprojekten erlauben und bis Mitte 2011 verabschiedet wird, dürfte vor allem im Transportsektor den Investitionen einen deutlichen Schub verleihen.

Nicht wenige Beobachter rechnen im Zuge von Standortdiversifizierungen innerhalb Asiens - auch wegen Naturkatastrophenrisiken - mit vermehrtem Engagement der Unternehmen in Südostasien. Obwohl Indonesien selbst ein solches Risiko trägt, dürfte es neben Ländern wie Thailand und Malaysia von diesem Trend profitieren. Dass das Investitionsinteresse nicht nur auf asiatische Firmen zutrifft, zeigt unter anderem die im März 2011 bekannt gewordene Entscheidung der deutschen Metro-Gruppe, ab 2012 in Indonesien mit dem Aufbau von "Metro Cash & Carry" -Märkten zu beginnen. Landesweit sollen 20 Filialen eingerichtet werden.

Die Auswirkungen dieses positiven Trends machten sich bereits Ende 2010 bemerkbar. Bei einem durchschnittlichen realen BIP-Wachstum von 6,1% für das Gesamtjahr erhöhte sich die reale Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2010 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bereits um 6,9%. Für 2011 gehen Regierung und Analysten inzwischen von einer Expansion von 6,4% aus. Die vorläufigen BIP-Schätzungen für das 1. Quartal 2011 bestätigen diese Entwicklung, zumal auch der Staat seine Investitionsausgaben steigert und der Mittelabfluss aus dem Haushalt im März 2011 mit rund 11% der für das Gesamtjahr eingeplanten Ausgaben eine deutlich höhere Quote erreichte als die 7 bis 8% in den zurückliegenden Jahren. Die positive Entwicklung veranlasste die Weltbank dazu, ihre Prognosen zu revidieren.

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Quelle: gtai