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Belarus

Investitionsstandort ist besser als sein Ruf


Deutsche Exporte legten 2006 um 40% zu / Von Frank Rösch

Ein leidenschaftliches Plädoyer für den Investitionsstandort Belarus hat der Repräsentant der Deutschen Wirtschaft in der Republik Belarus, Wladimir Augustinski, gehalten. Lukrative Geschäfte seien möglich, das Land weitaus besser als sein Ruf , sagte er vor 40 Unternehmern auf einer Außenwirtschaftsveranstaltung in der IHK Frankfurt.

Der autokratisch regierende belarussische Präsident Alexander Lukaschenko sei dabei, die Wirtschaft der osteuropäischen GUS-Republik schrittweise für ausländische Investoren zu öffnen. Er reagiere damit auf die Energieschocks Ende 2006 und Anfang 2007 , als der mit Abstand wichtigste Außenhandelspartner Russland die Öl- und Gaspreise für die Republik Belarus drastisch angehoben hatte.

Belarus entwickle sich zurzeit dynamisch. Die Pläne der politischen Führung in Minsk sehen vor, die Wirtschaft konkurrenzfähiger zu machen, die Energiesicherheit zu erhöhen und dringend benötigte ausländische Investitionen ins Land zu holen. Dabei setze Belarus nicht nur auf starke Finanzströme, sondern verbinde mit möglichen Produktionsansiedlungen oder Vertriebsgeschäften auch einen Know-how- und Technologietransfer von West nach Ost.

Die deutsch-belarussischen Wirtschaftsbeziehungen haben laut Augustinski durch den Anfang November in Minsk durchgeführten 1. Tag der Deutschen Wirtschaft in Belarus neuen Schwung erhalten. Die Bundesrepublik sei für Belarus schon heute viertwichtigster Außenhandelspartner nach Russland, den Niederlanden und der Ukraine - Tendenz steigend. Der bilaterale Handelsumsatz erreichte 2006 ein Volumen von fast 2 Mrd EUR. Die deutschen Exporte legten dabei im Vergleich zum Vorjahr besonders kräftig um gut 40% zu.

Von Dow Jones News zum Stand des laufenden Privatisierungsprozesses gefragt, sagte Augustinski, dass 2008 ein neuer Anlauf unternommen werde. Noch immer seien rund Dreiviertel der belarussischen Wirtschaft in staatlicher Hand. Zum Verkauf stehen unter anderem Maschinen- und Anlagenbauer, Chemiebetriebe und Telekommunikationsunternehmen. Insbesondere deutsche Investoren seien herzlich eingeladen, sich an den geplanten Privatisierungstenderverfahren und -Auktionen zu beteiligen , so Augustinski abschließend.

Quelle DowJones/NfA/9.11.2007