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Griechenland

Kapitalverkehrskontrollen und Bankenferien


Den Griechen geht das Geld aus. Warteschlangen an Geldautomaten und Tankstellen zeugen von der Ausnahmesituation. Seit Ende 2014 haben Unternehmen und Privatpersonen in Griechenland mehr als 30 Mrd. Euro abgezogen, um sie in Banksafes, im Ausland oder Zuhause unterzubringen. Daher fehlt den griechischen Banken Liquidität. Die griechische Regierung führte Kapitalverkehrskontrollen ein, um Kapitalabflüsse zu beschränken und das Bankensystem zu stabilisieren. Ausgenommen von den Kontrollen sind unter anderem medizinische Dienstleistungen und Pharmaimporte.

Auch die Realwirtschaft leidet zunehmend. Viele griechische Unternehmen haben ihre Angestellten in Zwangsurlaub geschickt und ihre Tätigkeit vorläufig eingestellt. Zahlungsausfälle bei Gehältern sind an der Tagesordnung. Die Gehälter können nur durch Überweisungen angewiesen werden. Allerdings stehen Arbeitnehmern auch dann nur maximal 60 Euro pro Tag zur Verfügung, die sie an den Bankautomaten abheben können. Griechenlands Banken sollen noch bis zum 08.07.2015 geschlossen bleiben.

Aufgrund der Bankenferien können Exporte sowie Bestellungen mit Akkreditiven (LC) nicht rechtzeitig ausgeführt werden.

Laut griechischem Industrieverband mussten auch Industriebetriebe und selbst größere Verarbeitungsunternehmen aufgrund der erschwerten Importe von Rohstoffen und halbfertigen Erzeugnissen ihre Produktion verringern. Expertenaussagen zufolge wurden Garantiebriefe in letzter Zeit von griechischen Banken nur selten ausgestellt und werden in vielen Fällen im Ausland nicht angenommen.

Der griechische Industrieverband berichtet, dass Dienstleister ihre Zahlungsbedingungen als Voraussetzung für eine weitere Unterstützung revidieren. In den meisten Fällen wird nur gegen Vorkasse geliefert. Zudem bedeute das Einholen einer Genehmigung beim Komitee im griechischen Rechnungshof eine weitere Verzögerung, beklagt der Verband.

Quelle: www.gtai.de