Die brasilianische Automobilindustrie scheint sich vom krisenbedingten Einbruch Ende 2008 zu erholen. Nachdem die meisten Hersteller im Dezember kollektive Werksferien angeordnet hatten, liefen im Januar 2009 wieder 186.124 Fahrzeuge vom Band, etwa doppelt so viele wie im Dezember. Damit liegt der Output allerdings noch immer 27,1% unter dem des Vorjahresmonats.Der Pkw-Absatz stieg im Januar gegenüber Dezember um 5,2%, während der Negativtrend bei leichten Nutzfahrzeugen (- 5,7%), Lkw (-23,9%) und Bussen (-39%) weiterging. Grund für den wiederbelebten Absatz von Pkw ist die Reduzierung der Industrieproduktsteuer IPI (Imposto Sobre Produtos Industrializados), die seit Mitte Dezember und vorerst bis Ende März 2009 gilt. Das enttäuschende Abschneiden bei den Nutzfahrzeugverkäufen hängt mit der allgemein unsicheren Zukunftslage zusammen, wegen der viele Unternehmen Investitionen vorerst auf Eis ausgelegt haben. Beim Pkw-Absatz lag im Januar Volkwagen mit einem Marktanteil von 23,9% knapp vor Fiat und GM. Bei den leichten Nutzfahrzeugen führt Fiat vor GM und Ford. Die meisten Lkw und Busse verkaufte Mercedes-Benz. Für den weiteren Verlauf im Gesamtjahr 2009 wollten die Branchenverbände Anfavea und Fenabrave noch keine Aussagen machen, erwarten jedoch zumindest für Februar ein fortgesetztes Wachstum der Produktion um 10,2% auf etwa 205.200 Stück. “Wir werden eine Erholung erleben, allerdings nicht auf dem Niveau von vor der Krise”, sagt Anfavea-Präsident Jackson Schneider. Anlass zur Sorge bietet neben dem Auslaufen der IPIReduzierung der schwache Export, der im Januar mengenmäßig um 48% schrumpfte und wertmäßig nach Angaben der Tageszeitung O Estado de São Paulo das geringste Ergebnis seit 2003 einfuhr.
Quelle: Wochenbericht, 18. Februar 2009 - Eine Gemeinschaftspublikation der DeutschBrasilianischen Auslandshandelskammern und von Germany Trade and Invest


