Ein führendes Wirtschaftsforschungsinstitut der Schweiz hat seine Prognose zum Wirtschaftswachstum 2012 unter Hinweis auf den anhaltend starken Franken und die nachlassende Dynamik der Weltkonjunktur gesenkt. Zugleich hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im September unverdrossen die Wechselkursgrenze von 1,20 CHF zum Euro mit Devisenkäufen verteidigt, was ihre Währungsreserven im September ein Rekordhoch erreichen ließ.
Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum des schweizerischen BIP von 0,9%. Bisher hatte sie ein Plus von 1,2% prognostiziert. Im kommenden Jahr dürfte sich das Wachstum auf 1,3% und 2014 auf 2% erholen, heißt es in der Herbstprognose des Instituts. Der weiterhin hohe Außenwert des Schweizer Franken belastet nach Darstellung der KOF immer noch die Exporte der Schweiz in die wichtigsten Märkte im Euroraum.
Die SNB hat im September letzten Jahres eine Grenze für den Franken von 1,20 zum Euro eingeführt, nachdem der Franken gegenüber dem Euro fast Parität erreicht hatte. Wie aus Daten der Notenbank hervorgeht hat sie auch im September am Devisenmarkt interveniert, um diese Grenze zu verteidigen. Die Währungsreserven der SNB stiegen auf das Rekordniveau von 429,3 Mrd CHF, nachdem sie im August revidierten Berechnungen zufolge bei 420,8 Mrd CHF gelegen hatten. Anleger sehen die schweizerische Währung angesichts der Krise im Euroraum immer noch als "sicheren Hafen", auch wenn sich die Lage nach den jüngsten Bemühungen der Europäischen Zentralbank und der EU zur Lösung der Krise etwas entspannt hat.


