Zentralbank BOK prognostiziert real 2,5% für 2017 / Direktinvestitionen und Exporte waren 2016 rückläufig / Von Alexander Hirschle
Seoul (GTAI) - Die koreanische Wirtschaft hat ihre Wachstumsprognosen für 2017 gleich zu Jahresbeginn nach unten geschraubt. Auch in diesem Jahr wird die Steigerungsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) voraussichtlich nicht die Schwelle von 3% überschreiten, nachdem schon 2016 nur 2,7% erzielt werden konnten. Wichtige Konjunkturstützen wie Exporte und Ausrüstungsinvestitionen durchliefen zuletzt eine Schwächephase. Das BIP-Wachstum wurde 2016 vorwiegend von der florierenden Bauwirtschaft getragen.
Die koreanische Zentralbank BOK (Bank of Korea) hat im Januar 2017 ihre Prognosen für das reale BIP im laufenden Jahr von zuvor 2,8% auf nur noch 2,5% nach unten reduziert. Doch selbst dieser Wert dürfte nur schwer zu erreichen sein. Denn in den Vorjahren lagen die realisierten Zahlen deutlich unter den ursprünglichen offiziellen Prognosen. Private Institute sehen für 2017 sogar noch niedrigere Steigerungsraten des BIP von bis zu 2,1% voraus. Darüber hinaus zeichnet es sich bisher noch nicht ab aus welchen Segmenten entscheidende Wachstumsimpulse herrühren könnten.
Im Jahr 2016 hatten einstige Konjunkturmotoren der koreanischen Wirtschaft mit erheblichen Schwächephasen zu kämpfen. So sanken die Exporte nominal um 5,9%, nachdem bereits 2015 ein Rückgang von 8,0% hingenommen werden musste. Es war das erste Mal in den letzten 58 Jahren, dass die Ausfuhren zwei Jahre in Folge Einbußen hinnehmen mussten.


