Drastischer Rückgang der Aufträge / Umstrukturierungen geplant
Von Alexander Hirschle
Seoul (GTAI) - Der koreanische Schiffbau durchläuft eine stürmische Phase. Beobachter sprechen von der größten Krise der Branche, die in Korea (Rep.) seit Jahrzehnten als eine der Schlüsselindustrien gilt. Aufgrund der sinkenden Nachfrage auf den Weltmärkten brechen die Auftragseingänge massiv ein, auch Produktion und Exporte zeigen zweistellig nach unten. Die Unternehmen bereiten sich auf umfangreiche Restrukturierungen vor, die Regierung lancierte ein Stützungspaket.
Gemäß einer Studie der Entwicklungsbank KDB (Korea Development Bank) wird der Auftragseingang der koreanischen Werften im Gesamtjahr 2016 um 92,3% einbrechen. Abgezeichnet hatte sich der Abwärtstrend bereits 2015 mit einem kräftigen Auftragsrückgang, der vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit einem Minus von 40% Fahrt aufgenommen hatte.
Der gesamte Auftragsbestand der koreanischen Werften soll sich 2016 um 33,5% bis Jahresende reduzieren. Nach Einschätzung der KDB werden vor allem die Bereiche, in denen koreanische Schiffbauer ihre Stärken haben, wie ultragroße Containerschiffe (Ultra Large Container Ships, ULCS) und große Tanker, in der zweiten Jahreshälfte 2016 von einem Rückgang der Nachfrage betroffen sein.


