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Italien

Kreditvergabe und Zahlungsmoral


Extrem lange Zahlungsziele

Mailand (gtai) - Mit der Finanzkrise verschlechtert sich nicht nur der Zugang zu Krediten sondern auch die Zahlungsmoral in Italien. Die Zahlungsfristen sind seit je her wesentlich länger als in Deutschland. Vor allem im Geschäft mit öffentlichen Körperschaften müssen extreme Zahlungsfristen von bis zu drei Jahren einkalkuliert werden. Die Durchsetzung von Zahlungsansprüchen ist schwierig, da eine gerichtliche Klärung Jahre dauert. Die Vereinbarung von Schiedsverfahren bereits bei Vertragsabschluss wird dringend empfohlen. (Kontaktanschriften) 

Kreditvergabe

Prinzipiell ist die Kreditaufnahme für deutsche Unternehmen in Italien unproblematisch, allerdings sind die italienischen Banken, allen voran die Unicredit, zu der auch die HypoVereinsbank gehört, durch die internationale Finanzkrise gezwungen, ihre Bilanzen zu verkürzen und die Kreditvergabe einzuschränken. Die Deutsche Bank unterhält in Italien ein ausgedehntes Filialnetz und bietet Finanzierungen für Unternehmen an. Die italienische Bank Intesa Sanpaolo hat ein deutsches Desk eingerichtet, das insbesondere an Projektfinanzierungen interessiert ist. Das Zinsniveau entspricht dem in Deutschland, allerdings werden von italienischen Banken oft größere Sicherheiten verlangt als von deutschen. Auch die Gebühren der italienischen Banken übertreffen häufig das in Deutschland übliche Niveau.

Lieferfinanzierungen von Banken zur Überbrückung der extremen Zahlungsziele in Italien, sind nach Auskunft betroffener Unternehmen nur noch unter sehr schwierigen Bedingungen zu erhalten, insbesondere, wenn es sich beim Kunden um eine Institution der öffentlichen Hand handelt. Die Risiken bei Zahlungsausfällen sind in Italien erheblich, zum einen, weil Gesetz und Rechtsprechung grundsätzlich schuldnerfreundlich sind, zum anderen weil das Einlegen von Rechtsmitteln aufgrund einer Prozessdauer von durchschnittlich drei Jahren bis zu einer Entscheidung in der ersten Instanz sinnlos erscheint.

Mehr zum Bericht von Siegfried Breuer

Quelle: gtai