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Ukraine

Krim um mehr Auslandskapital bemüht


Deutsche Firmenvertreter loteten in Jalta Projekte aus JALTA (DowJones/bfai)--Eine knapp 8,5 km lange Landbrücke, genannt Perekop,trennt die Schwarzmeer-Halbinsel Krim vom ukrainischen Festland. Einschmaler Zugang zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Potenzial derRegion mit ihren rund 2,4 Mio Einwohnern. Die Regierung der AutonomenRepublik Krim will ausländischen Investoren nicht nur die schmale„Tür”, sondern alle möglichen „Fenster” der Wirtschaft öffnen - sei esan der Küste oder im bisher zum Teil wenig erschlossenen Binnenland.Dies zeigte die ukrainisch-deutsche Informations- und Kontaktbörse, diein der an der Südküste der Krim gelegenen Stadt Jalta stattfand. DieVeranstaltung diente in erster Linie der Kontaktanbahnung durchdeutsche mittelständische Unternehmen mit Interessen im Agrarbereich,in der Metallurgie, im Verkehrssektor, in der Textilindustrie, imBankensektor und in der Kommunalwirtschaft. Organisatoren derKontaktbörse waren das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, dieDelegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine, die deutscheBotschaft in Kiew in Zusammenarbeit mit der Regierung der AutonomenRepublik Krim. Seitens der Regierung der Krim waren PremierministerAnatoli Burdjugow, Wirtschaftsminister Igor Ogorodnik, der Minister fürdas Bau- und Architekturwesen Gennadi Babenko sowie Agrarminister OlegRussezki anwesend. Außer dem Fremdenverkehr, dem wirtschaftlichen„Kernbereich” der Halbinsel, habe die Krim auch andere attraktiveWirtschaftsbranchen anzubieten, erklärte Premierminister Burdjugow.Seine Aufgabe sehe er darin, bestmögliche Bedingungen für dieEntwicklung von Geschäftskontakten, den Rechtsschutz derAuslandsinvestitionen und die Arbeit der Gemeinschaftsunternehmensicherzustellen. Wirtschaftsminister Ogorodnik äußerte sich zuProblemen der Kommunalwirtschaft. Zu den wichtigsten Aufgaben gehöredie Müllentsorgung. Schon in nächster Zukunft werde es zu einer Lösungkommen. Man werde einen Tender zum Bau eines Müllsortier- und-verarbeitungswerks auflegen, sagte er. Der Bau eines solchen Werkesbei Simferopol war noch von der alten Regierung zu den vorrangigenAufgaben gezählt worden. Die örtlichen Sortier- undVerarbeitungskapazitäten sind ungenügend; die Kapazitätsengpässeleisten der weiteren Verunreinigung der Küstengewässer Vorschub. DerWirtschaftsminister machte keine Angaben zum Zeitpunkt des Baubeginnsund zum Umfang des Projekts. Auf der Veranstaltung in Jalta wurdeninsgesamt 121 Kontaktgespräche unter Teilnahme von 28 deutschen und 61ukrainischen Firmenvertretern gezählt, wobei die Delegierte derDeutschen Wirtschaft, Karin Rau, die Erfolgsrate auf 55% bezifferte.Das heißt, jeder zweite deutsche Teilnehmer erklärte sich bereit zurAnknüpfung vertraglicher Zusammenarbeit auf der Krim. Karin Rau hobhervor, dass die Initiative zu der Veranstaltung u.a. deshalb erfolgtsei, weil die „orangene Revolution” die deutschen Geschäftskreiseaktiviert habe. Es werde immer öfter die Gründung vonGemeinschaftsunternehmen angestrebt. Die Veranstaltung ergab, dass diedeutschen Unternehmer die Krim generell als eine perspektivreiche undwirtschaftlich attraktive Region ansehen. Da dort aber bereits auchandere ausländische, darunter insbesondere russische und türkischeFirmen tätig sind, ist der Wettbewerb schon jetzt sehr stark.Inoffiziell wurde von ukrainischer Seite geäußert, dass, falls mannicht „heute früh” hierher komme, „heute abend” schon Andere dasGeschäft machen würden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde für diedeutschen Teilnehmer unter Mitwirkung des stellvertretendenVorstandsvorsitzenden der Nationalbank der Ukraine OleksandrSawtschenko und des Vertreters der WirtschaftsprüfungsgesellschaftPricewaterhouseCoopers AG aus Hamburg, Jens Heitmann, ein Seminar zuFinanzierungs- und Rechtsfragen unter dem Motto „Die ersten Schritte inder Ukraine” durchgeführt. Vorgestellt wurden das Bankensystem derUkraine, die Maßnahmen zur Liberalisierung der Portfolioinvestitionenund die Bonität der wichtigsten ukrainischen Banken. Erörtert wurde auchdie Situation vor dem Hintergrund einer möglichen Expansionausländischer Geldinstitute in der Ukraine. Sawtschenko meinte, schonim Jahr 2006 würden 11 bis 15% des ukrainischen Bankensektors durchausländische Bankgruppen kontrolliert. Er sehe hierin keine Gefahr fürdie Geld- und Kreditwirtschaft des Landes. Als Hauptaufgabe derNationalbank bezeichnete Sawtschenko die Stabilisierung der Griwna undsomit die Beherrschung der Inflationsprozesse in der Ukraine zwecksSchaffung eines günstigen Investitionsklimas. NfA/2.11.2005 Kontakt:Karin Rau Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine wul.Puschkinska 34 UA-01004 Kiew Tel.: 38-044/2 34 59 98 E-Mail:dihk@dihk.com.ua Ministerrat der Autonomen Republik Krim prospektKirowa 13 UA-95005 Simferopol Tel. 38-0652/27 42 10 E-Mail:sovmin@ark.gov.ua Internet: www.crimea-portal.gov.ua/